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ARD-Experten empfehlen mehr "Creative Commons"

Eine ARD-Arbeitsgruppe hat der Online-Redaktionskonferenz des "Ersten" eine umfassendere Nutzung von "Creative Commons"-Lizenzen für eigene Inhalte im Netz empfohlen. Ist aber alles nicht so einfach, meint die Sendergruppe.

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Eine Arbeitsgruppe der ARD kommt in ihrem Bericht für die Online-Redaktionskonferenz des "Ersten" zu dem Ergebnis, dass ein stärkerer Einsatz von "Creative Commons"-Lizenzen (CC) sinnvoll ist, um Nutzungsmöglichkeiten für Internetinhalte deutlich auszuweiten. Damit könne insbesondere der Zugang zu Bildungsinhalten oder zu Angeboten, die der Meinungsbildung dienen, erleichtert werden. Die im März erstellte Studie hat das Portal iRights.info veröffentlicht.

"Die ARD kann Beitragszahler, vor allem jüngere, besser erreichen", heißt es in dem Bericht der Arbeitsgruppe. Dies habe wiederum zur Folge, dass sich die "Beitragsakzeptanz" erhöhe. Zudem verwendeten Redaktionen des "Ersten" selbst CC-lizenzierte Inhalte. Es sei daher angebracht, ebenfalls Angebote zu gleichen Bedingungen zur Verfügung zu stellen. Ferner werde der Widerspruch aufgelöst, dass die ARD über ihre Präsenz bei Facebook dem sozialen Netzwerk derzeit laut dessen Geschäftsbedingungen ein "nicht-exklusives, weltweites Nutzungsrecht" einräume, dem rundfunkbeitragzahlenden Onliner dagegen nicht.

Am einfachsten anwendbar ist nach Ansicht der Experten die vergleichsweise restriktive CC-Variante, die beim Verbreiten eine Nennung des oder der Urheber verlangt und eine kommerzielle Nutzung sowie eine weitere Bearbeitung ausschließt (BY-NC-ND). Diese "minimiert rechtliche Risiken", schreiben sie. In bestimmten Fällen könnten ARD-Inhalte auch unter freizügigeren CC-Lizenzen veröffentlicht werden, um Nutzer etwa in "neue Formen von Journalismus" einzubeziehen.

Die Arbeitsgruppe empfiehlt die CC-Lizenzierung für hundertprozentige Eigenproduktionen sowie Sendungen, bei denen das "vor Produktionsstart geklärt wurde". Ein Einbezug von Fremdmaterial wie Aufnahmen von Bildagenturen mache eine CC-Lizenzierung dagegen in der Regel "unmöglich". Auch Musik etwa aus dem Repertoire der Verwertungsgesellschaft GEMA schließe eine entsprechende Freigabe derzeit aus.

Bislang experimentieren nur einzelne ARD-Produktionen mit CC-Modellen. Dazu gehören die NDR-Fernsehsendungen "Zapp³, "extra3" und "Kulturjournal" sowie das BR-Format "quer". Die Arbeitsgruppe stellt klar: "Sowohl aus inhaltlicher als auch aus rechtlicher Sicht eignen sich mehr Inhalte in der ARD für eine Lizenzierung unter CC." Der Senderverbund gibt sich trotz der Empfehlung noch zurückhaltend. Im Sinne des Gedankens, möglichst viel öffentlichen Mehrwert zu schaffen, stehe die ARD CC positiv gegenüber, erklärte eine Sprecherin gegenüber heise online. Im Redaktionsalltag gebe es aber noch viele Hürden. Die Gruppe prüfe daher weiter, "wie wir künftig mit Creative Commons umgehen". (vbr)