Menü

ARD und ZDF einigen sich mit Kabel Deutschland über Digital-TV

vorlesen Drucken Kommentare lesen 138 Beiträge

ARD und ZDF haben sich mit dem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) über die digitale Einspeisung ihrer Programme ins Kabelnetz geeinigt. Wie die Unternehmen am heutigen Donnerstag mitteilten, werden die Zuschauer damit auch künftig öffentlich-rechtliche Programme im digitalen Kabel sehen können. Die öffentlich-rechtlichen Sender einigten sich mit KDG über die technischen Rahmenbedingungen für die Digitalbouquets ZDF Vision und ARD Digital in den Kabelnetzen. Neben den Programmen von ARD und ZDF umfasst das Digitalangebot der öffentlich-rechtlichen Sender alle dritten Programme sowie weitere Angebote wie etwa Eins Muxx, Eins Festival, Eins Extra, ZDF Theaterkanal, ZDF Infokanal oder ZDF Dokukanal.

Der Kompromiss sieht vor, dass die digitalen Angebote von ARD und ZDF in den Kabelnetzen der Betreiber unverschlüsselt übertragen werden, sodass sie mit jedem im Handel erhältlichen digitalen Kabeldecoder (DVB-C-Standard) empfangen werden können. Außerdem soll für den Kabelempfang interaktiver digitaler Zusatzangebote von ZDF und ARD jedes Endgerät genutzt werden können, das ein MHP-Logo trägt. MHP (Multimedia Home Plattform) ist der von ARD und ZDF bevorzugte Software-Standard, den KDG zunächst nicht akzeptieren wollte.

Die Sender hatten kürzlich ihre Verträge mit den Kabelanbietern KDG und iesy (Hessen) gekündigt und sich damit gegen die drohende Verlegung ihrer Plätze auf dem digitalen Zugangsmenü der Kabelanbieter gewandt. Außerdem wurde kritisiert, dass Kabel Deutschland sich anschicke, den ganzen Kabelmarkt aufzukaufen, und dem Bezahlsender Premiere mit seinem Bouquet einen bevorrechtigten Zugang gewähre.

In der Erklärung heißt es nun, man habe sich auf einen zuschauerfreundlichen Navigator zur Benutzerführung verständigt, der die Angebote von ZDF und ARD gleichberechtigt und diskriminierungsfrei abbilde. Es herrsche Einigkeit darüber, dass MHP als einheitliche Basistechnologie für multimediale und interaktive Zusatzangebote alle zum Teil heute noch vorhandenen Vorläufersysteme in Zukunft ablösen beziehungsweise erweitern werde. (dpa) / (jk)