ARD will mit Faktenfinder-Portal gegen Fake News kämpfen

Falschnachrichten, Halbwahrheiten und Hetze verbreiten sich schnell über soziale Netzwerke. Die ARD will auf einem neuen Portal solche Geschichten entlarven.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 256 Beiträge

(Bild: Screenshot)

Von

Mit dem neuen Online-Portal Faktenfinder will die ARD Falschmeldungen, die gezielt im Netz gestreut werden, den Kampf ansagen. Dabei sollen vier Redakteure den Geschichten nachgehen und ihre Recherche-Ergebnisse dazu transparent darlegen. Daneben bietet die Plattform auch allgemeine Beiträge und Informationen, die Bürgern das Erkennen von "Fake News erleichtern sollen.

„Der Kampf gegen gezielte Falschmeldungen und Desinformation lässt sich nicht durch Gesetze gewinnen. Es ist vielmehr Aufgabe von Journalisten und Medien, über dieses Problem aufzuklären“, erklärte Tagesschau.de-Redakteur Patrick Gensing in einem Beitrag zum Start der Plattform. Man wolle mit dem Projekt zunächst auch ergründen, wie groß das Problem in Deutschland tatsächlich sei. Bei jeder als falsch erkannten Geschichte, prüfe das Team die Relevanz – die Frage sei etwa, ob man durch die Thematisierung nicht auch erst zur Verbreitung der Fake News beitrage.

Als Beispiele für solche Falschnachrichten nennt ein Gensing etwa einen angeblichen Mord von Flüchtlingen in Gifhorn oder eine frei erfundene Terrorzelle in Berlin-Rudow. Trotz deutlicher Dementis der Polizei sei die Flut an falschen Behauptungen in den Fällen nicht abgeebbt.

Die Debatte um Fake News gewinnt insbesondere durch die in diesem Jahr in Deutschland anstehende Bundestagswahl an Brisanz – zahlreiche Beobachter befürchten, dass Halbwahrheiten und Hetze den Urnengang der Bürger beeinflussen könnten. Journalistische Initiativen dagegen haben unter anderem ZDF und BR angekündigt, auch die Betreiber sozialer Netzwerke wie Facebook haben energischeres Vorgehen im Kampf gegen Falschnachrichten versprochen.

Bundesjustizminister Heiko Maas hat erst kürzlich einen umstrittenen Gesetzentwurf vorgelegt, der den Umgang der Plattformbetreiber mit geposteter Hetze und Fake News aufs Korn nimmt und unter Strafandrohung zügige Löschung vorschreibt. (axk)