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ARM: Japans Telekommunikationskonzern Softbank will den britischen Chipdesigner kaufen Update

Blackberry

Smartphones und Tablets sind die Domäne von ARM: Kaum ein Mobilgerät, in dem nicht ein Prozessor auf Basis von ARM-Designs steckt.

Praktisch kein Smartphone kommt ohne Technik von ARM aus. Jetzt greift Zeitungsberichten zufolge der japanischen Telekommunikations- und Medienkonzern nach dem britischen Chipdesigner. Der Kurssturz des Pfund nach dem Brexit hat den Preis gedrückt.

Der Chipdesigner ARM, dessen Technik in den Prozessoren fast aller Smartphones und Tablets steckt, wird laut Medienberichten von dem japanischen Telekommunikations-Anbieter Softbank übernommen. Der Kaufpreis liege bei 23,4 Milliarden Pfund (knapp 28 Milliarden Euro), schrieb die Financial Times [1] am Montagmorgen unter Berufung auf informierte Personen.

Softbank bestätigte am Montagmorgen die Übernahme. Es ist der erste Riesen-Deal um eine britische Firma, seit der Kurssturz im Gefolge der Brexit-Entscheidung auch den Wert der Unternehmen gedrückt hat.

Softbank wolle 17 Pfund pro Aktie zahlen, einen Aufschlag von etwa 43 Prozent auf den Schlusskurs aus der vergangenen Woche, berichtete die Financial Times weiter. Der Kurs des Pfund zum Yen war stark gefallen, nachdem sich die Briten beim Referendum für einen Austritt aus der EU ausgesprochen hatten. Die britische Währung ist jetzt rund 30 Prozent weniger wert als noch vor einem Jahr.

ARM stellt die Prozessoren nicht selbst her, sondern entwirft nur die Chip-Architektur, auf die dann Lizenzen verkauft werden. Dem Chip-Riesen Intel, der das Geschäft mit Prozessoren für PCs dominiert, gelang es nie, die Vormachtstellung von ARM bei den mobilen Geräten zu brechen. Es gab nur sehr wenige Smartphones mit Intel-Chips, nur bei Tablets konnte sich der US-Konzern eine kleine Nische sichern. Apple zum Beispiel entwirft seit Jahren eigene Chips für seine iPhones und iPads – sie basieren aber auch auf ARM-Technik. Zudem wird seit Jahren spekuliert, der Konzern könne auch seine Mac-Computer von den heute eingesetzten Intel-Prozessoren auf ARM-Architektur umstellen.

ARM kündigte jüngst neue Prozessor-Entwürfe unter anderem für das Internet der Dinge an. Das könnte für Softbank besonders interessant sein: Telekommunikatikons-Firmen weltweit versuchen, sich als Dienstleister für vernetzte Geräte aller Art neu zu erfinden. Analyst Patrick Moorhead von Moor Insights & Strategy rechnet zugleich damit, dass Softbank versuchen könnte, die Lizenzgebühren quer durch die Bank zu erhöhen. Der japanischen Firma gehört auch der US-Telekommunikationsanbieter Sprint, der im harten Wettbewerb viel Geld verschlingt.

[Update 18.07.2016 08:40]:

Noch vor Öffnung der Börse in London am Montagmorgen bestätigte Softbank den Deal: Man werde ARM für rund 24 Milliarden britische Pfund übernehmen. Das Angebot steht bei rund 17 Pfund pro Aktie, ein Aufschlag von etwa 43 Prozent auf den Schlusskurs aus der vergangenen Woche. Softbank gab im Zuge der Verkündung der ARM-Übernahme eine Kreditlinie bekannt, die knapp ein Drittel des Kaufpreises abdeckt. Das Unternehmen hat bereits Schulden von über 100 Milliarden Dollar. (jk [2])


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[2] mailto:jk@ct.de