Menü

ARM-Netbook für 90 Euro [Update]

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 202 Beiträge
Von

Der Lebensmitteldiscounter Netto bietet ab heute ein Netbook für 90 Euro an, verschweigt aber die meisten technischen Daten des Q-Book genannten Geräts. Es soll ein 7-Zoll-Display, 2 GByte internen Speicher, drei USB-Ports, WLAN, einen SD-Slot und Stereo-Lautsprecher haben – mehr Informationen gibt Netto nicht bekannt. Dem Foto und Screenshot zufolge handelt es sich um ein Netbook mit ARM-Prozessor (möglicherweise von VIA), auf dem nicht Windows 7 oder XP läuft, sondern Windows CE – eine zu den x86-Versionen nicht kompatible Version, unter der sich keine der von Desktop-PCs oder Notebooks gewohnte Anwendung installieren lässt.

Die installierte Software eignet sich für E-Mails, Texteingabe und Internet-Browsing, aber nur auf rudimentärem Niveau, beispielsweise unterstützt der Browser keine modernen Formate und keine Plug-Ins wie Flash. Das Display dürfte 800 × 480 Punkte zeigen und ist damit für viele Anwendungen zu klein. Eine Festplatte fehlt, ebenso ein Anschluss für externe Displays. Das Gewicht dürfte bei etwa 650 Gramm liegen, die Akkulaufzeit wird vermutlich unter zwei Stunden liegen.

Mini-Netbooks wie das Q-Book, der 2008 bei Edeka für 179 Euro angebotene Jee-PC 400S und ähnliche Geräte eignen sich bestenfalls für einige Nischenanwendungen, aber kaum als Ersatz für ein normales Netbook oder gar ein vollwertiges Notebook: Zum Surfen ist der Browser zu schlecht und das Display zu klein, für lange Texte ist die Tastatur nicht groß genug und für einen Medienspieler fehlt es an Massenspeicher, als Videozuspieler eignen sie sich mangels VGA-Ausgang nicht.

Geräte wie das das XO-Notebook von OLPC oder auch das vom indischen Bildungsminister angekündigten und weiter verzögerten E-Learning-Laptop sind immerhin direkt auf Ausbildungszwecke konzipiert. Als Vorteil bleibt lediglich der niedrige Preis, fangen doch vollwertige Netbooks mit 10-Zoll-Display, Festplatte und Windows 7 Starter erst bei etwa 250 Euro an.

[Update] Laut den Hinweisen einiger Leser hat das Gerät 128 MByte Hauptspeicher, einen ARM9-Prozessor aus VIAs WM8505-Reihe (zu der sich schon eine kleine Linux-Hacker-Community gebildet hat) mit 533 MHz und einen LAN-Chip ebenfalls von VIA (10/100 MBit/s, VT1613). [/Update] (jow)