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ATI-Grafikkarten mit Radeon 8500 im Oktober

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Die Ehre des DirectX-8-Pioniers gebührt zweifellos Nvidia. Jetzt will ATI mit dem "Radeon 8500" beweisen, dass man die Vorgaben der Konkurrenz noch übertreffen kann. Wie der GeForce 3 ist auch ATIs 3D-Chip in 0,15-µm-Technik gefertigt und integriert etwa 60 Millionen Transistoren. Mit vier Pixelpipelines und jeweils zwei Textureinheiten zieht ATI ebenfalls mit dem Nvidia-Chip gleich. Gegenüber dem einfachen Loop-Back beim GeForce 3 hat ATI aber zweifaches Loop-Back vorgesehen, um bis zu sechs Texturen ohne Zwischenspeicherung im Bildspeicher (single pass) auf ein Dreieck auftragen zu können. Auch die dabei möglichen Operationen sind durch Einbeziehung von "Address Shadern" vielfältiger. Die Geometrieeinheit entspricht wieder dem Nvidia-Chip und ist als "Vertex Shader" in der Lage, kleine Programme für die Manipulation von 3D-Daten auszuführen. Sie unterstützt ebenfalls maximal acht Lichtquellen.

Abweichung gibt es bei den "High Order Surfaces": Während die Konkurrenz "polynomiale Flächen" bevorzugt, hat sich ATI für "N-Patches" entschieden. Sie sind zwar weniger flexibel, Spieleprogrammierer können aber auch bereits bestehende Spiele leicht an N-Patches anpassen, um Objekte abzurunden und Spielfiguren nicht kantig erscheinen zu lassen. Zur effektiveren Nutzung des Speichers wurde das "Hyper-Z"-Verfahren des Vorgängers (Fast Z-Clear und Kompression) leicht verbessert. Statt maximal 20 soll "Hyper-Z II" bis zu 25 Prozent der Speicherzugriffe einsparen können. Neuland betritt ATI auch bei Fullscene-Antialiasing. Bis zu 16 Subpixel sind möglich, um Treppeneffekte an schrägen Kanten zu unterdrücken. Die Position der Subpixel ist programmierbar, um durch eine optimierte Anordnung mit möglichst wenig Subpixel und damit möglichst wenig Leistungsverlust auszukommen.

Ein weiteres Merkmal ist der im Chip integrierte zweite RAMDAC für die Ansteuerung eines zweiten Monitors und ein integrierter TMDS-Transmitter für Flatpanels bis 1600 x 1200 Bildpunkte. Den maximalen Pixeltakt und die möglichen Bildpunkt-Auflösungen des zweiten VGA-Ausgangs will ATI noch nicht nennen. Auch bei der endgültigen Taktfrequenz des Radeon 8500 hält sich ATI mit Angaben zurück, da man erst die Stabilisierung der Chiproduktion und die Verfügbarkeit entsprechender Speicherchips abwarten muss. In den Verlautbarungen ist von "bis zu 300 MHz" die Rede, was sich aber nur auf den Speichertakt bezieht und der Spezifikation der schnellsten angekündigten DDR-DRAMs entspricht (600 MHz Datentransferrate). Wie weit ATI an diese Marke herankommt, muss man abwarten. Der Chiptakt läuft asynchron und liegt niedriger. Nvidia betreibt den GeForce 3 mit 200 MHz und den Speicher mit 230 MHz.

Die entsprechende Grafikkarte bezeichnet ATI ebenfalls mit Radeon 8500. Sie verfügt über 64 MByte DDR-DRAM, sowie Anschlüsse für einen zweiten Monitor, einen DVI-Konnektor und einen TV-Ausgang. Den Preis setzt ATI mit 899 Mark leicht unterhalb dessen an, Was man für eine GeForce-3-Karte hinblättern muss. Für den professionellen CAD- und 3D-Design-Anwender ist die FireGL 8800 gedacht, auf der ATI einen selektierten Radeon 8500 mit höherer Leistung und ebenfalls 64 MByte DDR-DRAM einsetzt. (Manfred Bertuch) / (jk)

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