Menü

ATI schließt mit neuem 3D-Chip "Radeon" zu Nvidia auf

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 56 Beiträge

Im Rennen um den schnellsten 3D-Chip hat ATI ein neues Pferd im Stall: Der Radeon verfügt über eine leistungsfähige T&L-Engine für Geometriebeschleunigung und übertrifft sogar den GeForce 2 GTS von Nvidia in einigen Disziplinen.

Die Takte für Chip und Speicher (5,5 ns) liegen noch nicht bei den angepeilten 200 MHz, sondern erst bei 183 MHz. Trotzdem konnte sich ein Vorserienmuster auf dem c't-Prüfstand gegenüber dem GeForce 2 gut behaupten. Im Quake-3-Benchmark "Demo001" übertrifft die "Radeon 64MB DDR"-Karte bei maximaler Geometrie- und Textureinstellung und 32 Bit Farbtiefe eine 32-MB-GeForce-2-Karte mit 73,4 gegenüber 71,8 fps, gemessen auf einem Pentium III mit 750 MHz. Bei 16 Bit unterliegt sie jedoch mit 75,8 gegenüber 93,9 fps. Die Leistung der T&L-Unit (6,2 Mio. Dreiecke/s) kommt nicht ganz an die des Nvidia-Chips (7,7 Mio. Dreiecke/s) heran. Auch in den Spiele-Szenen des 3DMark 2000 mit hohem Detailgrad ist der Radeon etwa schwächer. Dafür besitzt der ATI-Chip die bessere TrueColor-Füllrate und hängt den GeForce 2 GTS in den DirectX-7.0-Prüfungen TestDrive 6 und VillageMark mit 81 zu 62 fps respektive 35 zu 19 fps deutlich ab.

ATI hat mit dem Radeon den technischen Anschluss gefunden und dem GeForce 2 einige Funktionen wie "Environment Mapped Bump Mapping" und "Keyframe-Interpolation" voraus. Auch der Preis ist ausgesprochen konkurrenzfähig: ATI gibt für die "Radeon 64 MB DDR" mit DVD-Player und Video-Ein- und Ausgang 800 Mark an, was auf einen Ladenpreis von etwa 750 Mark hinauslaufen dürfte. Günstiger werden voraussichtlich die mit 166 MHz getakteten 32-MByte-Versionen ohne Lüfter und ohne Video-Funktionen kommen: Sie sollen mit SDR-DRAM für 400 und mit DDR-DRAM für 600 Mark erhältlich sein. Eine All-in-Wonder-Radeon mit integriertem TV-Tuner ist für Oktober angekündigt. Über den Einsatz des Radeon im Macintosh gibt es noch keine endgültigen Informationen. c´t wird ausführlich in der Ausgabe 16/00 berichten. (Manfred Bertuch)/ (ea)

Anzeige
Anzeige