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AVM Fritzbox: Türklingel-Integration mit Akku

Mit dem WLAN-Mikrocontroller ESP8266 schließt man die vorhandene alte Türklingel einfach ans Heimnetz an, statt eine neue teure Klingel 4.0 zu kaufen.

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Fritzbox Türklingel-Integration mit Akku

Nest Hello, Skybell, Ring und andere WLAN-Türklingeln wollen den alten Drahtdrücker durch eine moderne App-gesteuerte Variante ersetzen. Spätestens an der Mietwohnung macht das aber Probleme: Dort hängt meist eine klassische Türklingel – verbunden mit einer großen Mehrparteien-Knopfleiste.

Wer hier etwas ändern möchte, kommt nicht ohne Rücksprache mit dem Vermieter und bauliche Maßnahmen aus – sofern das WLAN überhaupt bis zur Tür reicht. Schließlich muss die Klingel 4.0 dauerhaft im Internet hängen und deshalb auch aus einer festen Stromquelle versorgt werden.

c't hat eine Lösung konstruiert, die weder Baumaßnahmen noch teure Produkte erfordert. Das alte Läutwerk bleibt dabei an der Wand und funktioniert nach wie vor – auch ohne Internetverbindung. Statt über die Cloud geht das Signal an die Telefonanlage der Fritzbox, sodass alle Telefone kurz klingeln.

Die Installation ist minimalinvasiv: Eine einfache Schaltung trennt den 8 bis 24-V-Stromkreis der Klingel vom empfindlichen Mikrocontroller. Sie wird einfach dort an der Klingel aufgeklemmt, wo das Signal von draußen reinkommt. Dazu benötigt man in den meisten Fällen nur einen Schlitzschraubendreher.

Ein Beitrag in c't 17/2017 beschrieb, wie man die Schaltung am Raspberry Pi einsetzt; Asterisk übernimmt auf dem Mini-Rechner die Signalisierung per SIP. Wer mochte, konnte das Klingeln zusätzlich per Telegram ans Smartphone melden. Nach dem Artikel tauchte jedoch oft die Frage nach einer akkubetriebenen Alternative auf, denn der Raspberry Pi besitzt keinen Energiesparmodus. Der WLAN-Mikrocontroller ESP8266 löst das Problem: Er fällt nach getaner Arbeit in den Tiefschlaf.

Ausgelöst aus dem Skript reduziert er den Stromverbrauch des ESPs auf wenige Mikroampere. Der Prozessor wacht wieder auf, sobald der Reset-Pin mit Masse verbunden wird. Dies lässt sich in Verbindung mit dem Router-Fernsteuerungsprotokoll TR-064 nutzen: Statt dauerhaft zu arbeiten, setzt der ESP nach dem Klingeln sein Signal ab und schläft wieder ein. Das spart so viel Strom, dass der Mikrocontroller mit zwei Amperestunden Akkukapazität rund ein Jahr lang hält.

Wie Sie die Schaltung zusammenbauen und Raspi oder ESP programmieren, erfahren Sie bei c't:

(amo)

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