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AVM: Routerzwang bremst Innovation und Wettbewerb

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Der Netzwerkausrüster AVM hat sich auf der CeBIT erneut vehement gegen einen Routerzwang an Privatkunden-Internetanschlüssen ausgesprochen. Anfang des Jahres hatte die Bundesnetzagentur (BNetzA) erklärt, dass sie es für zulässig hält, wenn Breitbandanbieter ihren Kunden einen bestimmten Router für den Internetanschluss vorschreiben.

Zwar gibt es im Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG) einen Passus, in dem Anschluss und Betrieb eines zulässigen Endgeräts an der entsprechenden Schnittstelle gestattet sein müssen, dieser definiere laut BNetzA aber nicht, wo genau diese Schnittstelle liegt. Die Bundesnetzagentur folgt damit der Ansicht der Netzbetreiber, dass etwa ein VoIP-Router noch zum Netz des Breitbandanbieters gehöre.

AVM hat diese Aussagen der Bundesnetzagentur nun erneut scharf kritisiert. Seit der Liberalisierung in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts galt die TAE-Dose als Netzabschlusspunkt, der dahinter hängende Router liegt damit in der Hoheit des Kunden. Aus Sicht von AVM orientiert sich die Behörde nun aber bei der Festlegung, was unter einem Endgerät verstanden werde, an einer "willkürlichen Definition der Netzbetreiber".

Die Provider führen dabei Argumente ins Feld, die laut AVM sehr an solche der ehemaligen Telekommunikations-Monopolisten erinnern. Danach sei der vom Anbieter vorgegebene Router wichtig für die Netz-Qualität und die Sicherheit des Netzes.

AVM will den bislang nicht weiter kommentierten Strategiewechsel der BNetzA jedoch nicht akzeptieren, denn der Gesetzgeber habe andere Richtlinien vorgesehen. Das Unternehmen sieht sich mit seiner Kritik nicht allein. So kritisieren etwa auch Verbraucherschützer und Netzpolitiker diese neuerliche Einschränkung am heimischen Internetanschluss. Allerdings sei die öffentliche Aufmerksamkeit für dieses Thema bislang noch sehr gering. (rek)

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