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Abgaben auf Smartphones und Tablets: Apple verteuert iPhones und iPads

Anfang Dezember 2015 einigten sich Bitkom und ZPÜ auf Urheberrechtsabgaben für Mobilgeräte. Mit dem Jahreswechsel schlägt Apple nun diese Beträge auf die Preise von iPhone und iPad auf.

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Apples Smartphones sind ab 2016 in Deutschland fünf Euro teurer.

Apples Smartphones sind ab 2016 in Deutschland fünf Euro teurer. Bei iPads beträgt der Aufschlag 8 Euro.

(Bild: dpa)

Mit dem Jahreswechsel hat Apple in Deutschland die Preise seiner Mobilgeräte erhöht: iPhones kosten nun circa fünf Euro mehr, iPads rund acht Euro mehr als 2015. Zum Beispiel verlangt Apple für das günstigste iPhone 6S nun 744,95 Euro.

Offenbar reicht Apple durch diese Preiserhöhungen die neuen Urheberrechtsabgaben auf Smartphones und Tablets an seine Kunden weiter. Die Erhöhungen entsprechen ungefähr den Pauschalbeträgen, die der Branchenverband für die Digitalwirtschaft (Bitkom) und die Verwertungsgesellschaften im Dezember ausgehandelt haben.

Die Einigung ist bis Ende 2018 gültig und gilt rückwirkend für Smartphones ab 2008 und Tablets ab 2012, wie die Verwertungsgellschaften-Organisation ZPÜ in ihrer Pressemitteilung erklärt. Mit den Beträgen werden Privatkopien auf den Mobilgeräten pauschal abgegolten. Alle Smartphone- und Tablet-Hersteller müssen sie pro verkauftem Gerät an die Verwertungsgesellschaften abführen.

Der Industrieverband Bitkom begrüßte die Einigung, kritisierte die Pauschalabgabe aber generell als "grundsätzlich ungeeignet für die digitale Welt" und verwies auf deutlich niedrigere (Österreich, Niederlande) oder ganz abgeschaffte Pauschalabgaben (Spanien, Finnland). Bitkom schätzt die zusätzlichen jährlichen Einnahmen für die Verwertungsgesellschaften, die durch Abgaben auf Smartphones und Tablets entstehen, auf 170 Millionen Euro.

Seit 2010 gilt bereits eine Pauschale für Laptop- und Desktop-Computer von 10,55 €. Seit 2012 werden für USB-Sticks und SD-Karten größer als 4 GByte 1,95 € fällig. (imj)