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Abgas-Skandal: Autoindustrie und Politik loten auch Hardware-Nachrüstungen aus

Millionen Besitzern von Diesel-Autos in Deutschland drohen Fahrverbote. Technische Nachrüstungen könnten eine Lösung sein, um den Schadstoffausstoß zu senken.

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Abgas-Skandal: Autoindustrie und Politik loten auch Hardware-Nachrüstungen aus

Zuletzt war der Druck auf Verkehrsminister Andreas Scheuer und die Industrie gewachsen – auch wegen drohender weiterer Fahrverbote.

(Bild: dpa / Marijan Murat)

Die deutschen Autohersteller und die Koalition loten angesichts von Fahrverboten in mehreren Städten nach Angaben des Branchenverbandes VDA auch Hardware-Nachrüstungen an älteren Dieselautos aus.

"Jetzt wird innerhalb der Bundesregierung weiter gesprochen, und die einzelnen Automobilhersteller werden das Gleiche tun", sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, am Sonntagabend nach einem Spitzentreffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Berliner Kanzleramt.

Die Hersteller lehnen bisher Hardware-Nachrüstungen ab. Auch in der Koalition sind Umbauten an Diesel-Motoren umstritten. Zuletzt aber war der Druck unter anderem auf Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und die Industrie gewachsen – auch wegen drohender weiterer Fahrverbote in Folge zu hoher Luftverschmutzung.

An dem Treffen im Kanzleramt hatte neben den Chefs deutscher Autobauer und Scheuer auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) teilgenommen. CDU/CSU und SPD streiten seit Wochen über Maßnahmen gegen schmutzige Luft durch zu hohe Stickoxid-Belastungen in zahlreichen Kommunen sowie den Umgang mit älteren Dieselfahrzeugen, die wegen Manipulationen der Hersteller viel mehr Stickoxid ausstoßen als offiziell angegeben.

Mit den Maßnahmen sollen Fahrverbote wegen des hohen Schadstoffausstoßes von Diesel-Fahrzeugen vermieden werden. Merkel wollte bis Ende September eine gemeinsame Linie der Bundesregierung zu Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Fahrzeuge mit hohem Schadstoff-Ausstoß erreichen.

Chronologie des Abgas-Skandals (59 Bilder)

Mitte September 2015:  Die US-Umweltschutzbehörde EPA beschuldigt den Volkswagen-Konzern, Diesel-PKWs der Baujahre 2009 bis 2015 mit einer Software ausgestattet zu haben, die die Prüfungen auf US-amerikanische Umweltbestimmungen austrickst. Zu ähnlichen Untersuchungsergebnissen ist auch das California Air Resources Board (CARB) gekommen. Beide Behörden schicken Beschwerden an VW. (Im Bild: Zentrale der EPA in Washington D.C.)
(Bild: EPA
)

(anw)

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