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Abgas-Skandal: Bosch zahlt 304 Millionen Euro an Zivilkläger in den USA

Der Autozulieferer Bosch hatte die Software an VW geliefert, mit der Abgaswerte manipuliert wurden. Nun zahlt er dafür.

Abgas-Skandal: Bosch zahlt 304 Millionen Euro an Zivilkläger in den USA

Eines der Lieblingsthemen von Bosch-Chef Volkmar Denner ist die vernetzte Mobilität. Vorerst muss er sich aber mit dem Abgas-Skandal herumplagen.

(Bild: Bosch)

Im Dieselskandal hat sich der VW-Lieferant Bosch auf die Zahlung einer Millionensumme verpflichtet. Das Unternehmen habe sich mit US-Klägern auf einen Vergleich über 327,5 Millionen Dollar (304 Millionen Euro) geeinigt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mit. Der Vergleich mit den geschädigten Dieselnutzern war bereits im Dezember bekannt geworden, nun wurde die Höhe der Zahlung genannt. Bosch hatte Software an Volkswagen geliefert, mit welcher der Wolfsburger Autohersteller Abgaswerte manipuliert hat.

Die Einigung würde die Forderungen von Verbrauchern und Gebrauchtwagenhändlern beilegen. Dabei geht es um Dieselfahrzeuge der Marken Volkswagen und Audi mit 2,0l-Motoren der Modelljahre 2009 bis 2015 sowie Dieselfahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi und Porsche mit 3,0l-Motoren der Modelljahre 2009 bis 2016 betreffen.

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Im Gegensatz zu VW hat Bosch kein Fehlverhalten eingeräumt, dies bleibt auch nach dem Vergleich so – dies sei "keine Anerkennung der Sachverhalte" und "keine Einräumung von Schuld", hieß es in der Mitteilung vom Mittwoch. "Nach sorgfältiger Abwägung aller Gesichtspunkte haben wir uns in diesem Fall dazu entschieden, eine Vergleichsvereinbarung abzuschließen", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner.

Aus Expertensicht wäre ein Zivilprozess in den USA mit hohen Risiken und entsprechender Unsicherheit verbunden gewesen. Zuvor hatte Bosch 750 Millionen Euro für rechtliche Risiken zurückgelegt. Nach dem Vergleich laufen strafrechtliche Ermittlungen in den USA weiter. Bosch kooperiere mit den Behörden, betont das Unternehmen.

Die Vergleichsunterlagen waren bei Richter Charles R. Breyer in San Francisco am Dienstagabend (Ortszeit) eingereicht worden, bei dem zahlreiche Klagen in einem sogenannten Multi-District-Verfahren zusammengefasst wurden. Damit der Vergleich gültig wird, muss Breyer noch zustimmen. Zum 14. Februar ist eine Anhörung geplant, dann sollen die Sammelkläger über ihre Rechte und Möglichkeiten informiert weren. Anfang Mai 2017 könnte das Gericht dann die endgültige Genehmigung der Vergleichsvereinbarung prüfen, erläuterte Bosch.

In Relation zu VW kommt Bosch glimpflich davon: Der Wolfsburger Konzern hat sich in den USA und Kanada bereits auf straf- und zivilrechtliche Vergleiche in Höhe von insgesamt rund 25 Milliarden US-Dollar (23,2 Milliarden Euro) geeinigt.

(mit Material der dpa) / (anw)

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