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Abgas-Skandal: Hersteller sollen Diesel-Autos mit Hardware nachrüsten

Ursprünglich hatte die Industrie nur angeboten, die Software anzupassen. Nun sollen sie dazu gebracht werden, auch die Hardware nachzurüsten, um den Stickoxidausstoß einzudämmen.

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Abgas-Skandal: Hersteller sollen Diesel-Autos mit Hardware nachrüsten

Die Autohersteller sollen eine Hardware-Umrüstung für Diesel-Autos anbieten, deren Stickoxidausstoß auf der Straße zu hoch ist. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, haben sich Experten und Beamte des Bundesverkehrsministeriums darauf verständigt. Ursprünglich hatte die Industrie nur angeboten, die Software anzupassen. Der Umbau soll nicht verpflichtend sein, der Anreiz soll darin bestehen, um mögliche Fahrverbote in Städten herumzukommen.

Externe Sachverständige sollen laut dem Bericht Dieselmodelle darauf überprüfen, ob sie nachträglich mit einem Katalysator mit AdBlue nachgerüstet werden könnten und ob das finanziell sinnvoll ist. So soll Druck auf die Autohersteller ausgeübt werden, einen Nachrüstsatz anzubieten. Die Einigung wurde in einer von vier Arbeitsgruppen erzielt, die auf dem Dieselgipfel im August eingesetzt worden waren.

Die Autohersteller hatten Hardware-Nachrüstungen abgelehnt, weil die für einen großen Teil der Fahrzeuge technisch nicht möglich seien, da der Platz für Einbauten fehle. "Diese würden auch dort, wo sie machbar sind, Jahre dauern und müssten von den Behörden in aufwendigen Tests abgenommen werden", hatte der Präsident des Branchenverbands VDA Matthias Wissmann nach dem Dieselgipfel erklärt.

Chronologie des Abgas-Skandals (59 Bilder)

Mitte September 2015:  Die US-Umweltschutzbehörde EPA beschuldigt den Volkswagen-Konzern, Diesel-PKWs der Baujahre 2009 bis 2015 mit einer Software ausgestattet zu haben, die die Prüfungen auf US-amerikanische Umweltbestimmungen austrickst. Zu ähnlichen Untersuchungsergebnissen ist auch das California Air Resources Board (CARB) gekommen. Beide Behörden schicken Beschwerden an VW. (Im Bild: Zentrale der EPA in Washington D.C.)
(Bild: EPA
)

(anw)

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