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Abgas-Skandal: VW gibt Gewinnwarnung aus – elf Millionen Autos "auffällig"

Die Affäre um manipulierte Abgasmessungen bei Dieselautos schlägt bei VW heftig ins Kontor. Milliarden-Rückstellungen werden gebildet, der Gewinn dürfte leiden. Bei elf Millionen Wagen gibt es Abweichungen.

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Abgas-Skandal: VW

(Bild: Marcus Führer/dpa)

Europas größter Autobauer Volkswagen bekommt die Folgen des Diesel-Skandals auch finanziell zu spüren – bei rund elf Millionen Fahrzeugen gibt es nach Konzernangaben Unregelmäßigkeiten. Nach internen Prüfungen gab das Unternehmen eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr aus. Bereits im dritten Quartal würden etwa 6,5 Milliarden Euro "ergebniswirksam zurückgestellt", hieß es. Ein VW-Sprecher erklärte, dass es sich um eine Vorsichtsmaßnahme handle.

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Untersuchungen im Konzern hätten ergeben, dass es die betreffende Steuerungssoftware auch in anderen Diesel-Autos außerhalb der USA gebe, wo Ermittlungen der Umweltbehörde EPA den Fall ins Rollen gebracht hatten. Bei Tests in den USA war festgestellt worden, dass einige VW-Diesel-Modelle auf dem Prüfstand deutlich geringere Abgaswerte anzeigten als im normalen Fahrbetrieb auf der Straße.

Wörtlich heißt es in einer Mitteilung der Wolfsburger: "Auffällig sind Fahrzeuge mit Motoren vom Typ EA 189 mit einem Gesamtvolumen von weltweit rund elf Millionen Fahrzeugen. Ausschließlich bei diesem Motortyp wurde eine auffällige Abweichung zwischen Prüfstandswerten und realem Fahrbetrieb festgestellt." Der Konzern stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden und dem deutschen Kraftfahrtbundesamt, um diese Abweichungen technisch zu beseitigen.

Neben einem Imageverlust drohen VW Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar, Rückrufkosten, strafrechtliche Folgen sowie mögliche Regressansprüche enttäuschter Kunden und Aktionäre. Der Kurs der im DAX gelisteten Vorzugsaktie von VW notierte in Frankfurt am Dienstagmittag bei knapp 106 Euro. Vor Bekanntwerden des Skandals waren es noch knapp 170 Euro.

Die Wolfsburger hatten bereits ein Fehlverhalten eingeräumt und versprochen, mit der EPA zu kooperieren. Der Konzern erließ zudem einen Verkaufsstopp für die betreffenden Modelle in den USA.

Vorstandschef Martin Winterkorn hat eine externe Untersuchung und eine rasche Aufklärung zugesagt. Am Mittwoch will sich der innerste Zirkel des Aufsichtsrats bei einem Krisentreffen mit dem Thema beschäftigten, verlautete aus VW-Kreisen. Der Konzern verspricht, die Öffentlichkeit über den weiteren Fortgang der Ermittlungen fortlaufend und transparent zu informieren. (anw)