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Abgas-Skandal: VW verspricht Aufklärung, Umweltschützer drohen

VW-Chef Martin Winterkorn hat zugegeben, dass sein Konzern "das Vertrauen der Kunden enttäuscht hat". Deutsche Umweltschützer kündigen derweil rechtliche Schritte an – nicht nur gegen VW.

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(Bild: Volkswagen)

Nach dem Bekanntwerden von Tricksereien bei Abgas-Tests versucht VW nun, den Image-Schaden zu begrenzen: "Ich persönlich bedauere zutiefst, dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben", erklärte Konzernchef Martin Winterkorn am Sonntag. VW habe eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben, um den Sachverhalt "schnell und transparent" zu klären.

Am Freitag hatte die US-Umweltbehörde EPA bekannt gegeben, dass viele Diesel-Modelle von VW gegen Abgas-Grenzwerte verstoßen. Außerdem sorge VW mit einer Software dafür, dass die Autos in Labortests weniger Stickoxide ausstoßen als in der Praxis. VW habe dies bereits eingestanden.

VW ging bisher nicht auf die Frage ein, ob auch seine europäischen Modelle die Software nutzen. Der Konzern sagte dazu gegenüber der Berliner Morgenpost nur, dass sich die Situation in den USA "nicht ohne weiteres auf andere Regionen übertragen" lasse. Die Autos hätten jedenfalls stets die gültigen Grenzwerte eingehalten.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft allerdings allen deutschen Autoherstellern vor, EU-Grenzwerte "vorsätzlich" nicht einzuhalten. "Wir werden nun vor den nationalen Gerichten Fahrverbote für Diesel-Pkw erstreiten und in Deutschland widerrechtlich erteilte Typengenehmigungen anfechten", sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch.

Die Umweltorganisation kritisiert auch die Bundesregierung: Sie hintertreibe Bemühungen der EU-Kommission für strengere Kontrollen und verweigere behördliche Nachkontrollen.

Die US-Kanzlei Hagens Berman sucht in den USA bereits klagewillige VW-Kunden und droht dem Konzern mit einer Sammelklage. VW habe seine Kunden mit der Aussage, dass die Autos die kalifornischen Grenzwerte einhalten, getäuscht.

Weiterführende Informationen zum VW-Skandal:

(cwo)