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Abgas-Skandal: VW verspricht keine Nachteile für umgerüstete Autos – Wirbel um "Garantie"

Die Rückrufaktion bei Volkswagen nach dem Abgasskandal ist in vollem Gange. VW verspricht: Die Wagen haben nach der Umrüstung keine Nachteile. Den Begriff "Garantie" verwendet VW aber nicht.

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Abgas-Skandal: VW verspricht keine Nachteile für umgerüstete Autos ? Wirbel um "Garantie"

Strömungsgleichrichter für den 1.6 TDI Motor

(Bild: VW)

Bei der millionenfachen Umrüstung von Dieselfahrzeugen im Zuge des VW-Abgasskandals gibt es Wirbel um den Begriff "Garantie". Volkswagen bekräftigte am Freitag, dass der Umbau der Autos keine negativen Auswirkungen habe. Nach der Umrüstung der Fahrzeuge gebe es bei Kraftstoffverbrauch, CO2-Emissionen oder Motorleistung keinerlei Verschlechterung. Der Autohersteller stelle den Kunden nach der Umrüstung eine "garantiegleiche" Bescheinigung aus, spreche aber nicht von einer "Garantie", wie es am Freitag in Unternehmenskreisen hieß. Grund seien juristische Feinheiten.

Doch eine Garantie – doch keine Garantie

Volkswagen hatte mit einer Software Abgastests manipuliert. Alleine in Deutschland ruft VW rund 2,5 Millionen Wagen zur Umrüstung in die Werkstätten.

Die Illustrierte Focus hatte berichtet, Volkswagen gewähre seinen deutschen Kunden jetzt doch eine Garantie für umgerüstete Dieselmodelle. Dies sollen am vergangenen Montag VW-Vertreter im Bundesverkehrsministerium bestätigt haben. Aus dem Verkehrsministerium wurde bestätigt, dass es dieses Treffen gab.

Zuvor hatte am vergangenen Freitag der Spiegel von einem VW-Brief an einen betroffenen Kunden berichtet, der sich wie viele andere garantieren lassen wollte, dass der Umbau der Autos keine negativen Auswirkungen hat. Daraufhin habe VW geschrieben, es sei das Ziel, dass die Eingriffe keinen nachhaltigen Einfluss auf Verbrauch und Fahrleistung haben. VW lehne eine "Garantie" aber ab.

"VW muss alle Auflagen erfüllen"

"VW hat die Auflagen meiner Untersuchungskommission und des KBA vollumfänglich zu erfüllen. Abweichungen davon werden nicht akzeptiert", erklärte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) seinem Ministerium zufolge. "VW hat die Garantie übernommen, dass bei Kraftstoffverbrauch, CO2-Emissionen oder Motorleistung nach der Umrüstung keine Verschlechterungen stattfinden und alle typgenehmigungsrelevanten Fahrzeugwerte unverändert Bestand haben."

Volkswagen selbst verwendet den Begriff "Garantie" aber nicht, wie es in Unternehmenskreisen hieß. Bei dem weiten Begriff "Garantie" sieht Volkswagen die Möglichkeit, dass Kunden zum Beispiel ein halbes Jahr nach der Umrüstung etwa mit einem Motorschaden in eine Werkstatt kommen – und dies auf die neue Software zurückführen könnten, auch wenn der Schaden damit nichts zu tun hat.

Auch im Kundeninteresse sei es wichtig zu vermeiden, dass es bei etwaigen anderen Schäden, die gar nichts mit dem Abgasskandal zu tun haben, zu einer Verunsicherung hinsichtlich möglicher Gewährleistungsregelungen kommt, wie es hieß. Deswegen verwende VW den Begriff "Garantie" nicht.

Chronologie des Abgas-Skandals (59 Bilder)

Mitte September 2015:  Die US-Umweltschutzbehörde EPA beschuldigt den Volkswagen-Konzern, Diesel-PKWs der Baujahre 2009 bis 2015 mit einer Software ausgestattet zu haben, die die Prüfungen auf US-amerikanische Umweltbestimmungen austrickst. Zu ähnlichen Untersuchungsergebnissen ist auch das California Air Resources Board (CARB) gekommen. Beide Behörden schicken Beschwerden an VW. (Im Bild: Zentrale der EPA in Washington D.C.)
(Bild: EPA
)

(anw)

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