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Abgasbetrug: Audi akzeptiert 800 Millionen Euro Strafe

Für die Verwendung von Abschalteinrichtungen in seinen V-Dieseln hat die Staatsanwaltschaft München II gegen Audi eine Geldbuße erlassen.

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Für die Verwendung unerlaubter Abschalteinrichtungen in seinen V6- und V8-Dieselmotoren hat die Staatsanwaltschaft München II einen Bußgeldbescheid gegen Audi in Höhe von insgesamt 800 Millionen Euro erlassen.

Er setzt sich zusammen aus einer Strafe von 5 Mio. Euro für „fahrlässige Ordnungswidrigkeiten“. Dazu kommt eine "Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile" in Höhe von 795 Millionen Euro. Audi nimmt den Bußgeldbescheid an, will also keine Rechtsmittel dagegen einlegen. Gleichzeitig wird das Gerichtsverfahren wegen dieser Ordnungswidrigkeit gegen Audi abschließend beendet.

Lenkwinkel-Erkennung

Weil Audi eine Marke von Volkswagen ist, wird sich das Bußgeld gegen Audi als zusätzlicher negativer Sondereinfluss direkt auf das Konzernergebnis von Volkswagen für das Geschäftsjahr 2018 auswirken, gab der Konzern bekannt.

Laut Bundesverkehrsministerium hatte Audi in Modellen mit den genannten Motorisierungen eine sogenannte Lenkwinkel-Erkennung eingesetzt. Sie meldet der Abschalteinrichtung, sobald das Fahrzeug im Prüfstand steht. Wird das Lenkrad nicht bewegt, arbeitet die Abgasreinigung wie vorgeschrieben. Sobald das Lenkrad mehr als 15 Grad eingeschlagen wird, erhöht sich der Ausstoß von gesundheitsschädigendem Stickoxid (NOx).

Ermittlungen gegen Audi laufen weiter

Trotz des verhängten Bußgelds läuft gegen Audi das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München gegen noch tätige und ehemalige Führungskräfte des Autoherstellers weiter, berichtet dpa. Nach wie vor werde gegen 20 Beschuldigte ermittelt, sagte ein Sprecher der Behörde. Mit dem Bußgeld sei lediglich ein anhängiges Ordnungswidrigkeitsverfahren abgeschlossen worden.

Bei den Ermittlungen gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler und weitere Beschuldigte geht es um den Verdacht des illegalen Verkaufs von Fahrzeugen mit gefälschten Abgaswerten. Stadler sitzt in Untersuchungshaft. Eine Haftbeschwerde sei am Oberlandesgericht München anhängig, sagte der Sprecher. Die Staatsanwaltschaft habe eine Stellungnahme hierzu eingereicht.

Chronologie des Abgas-Skandals (59 Bilder)

Mitte September 2015:  Die US-Umweltschutzbehörde EPA beschuldigt den Volkswagen-Konzern, Diesel-PKWs der Baujahre 2009 bis 2015 mit einer Software ausgestattet zu haben, die die Prüfungen auf US-amerikanische Umweltbestimmungen austrickst. Zu ähnlichen Untersuchungsergebnissen ist auch das California Air Resources Board (CARB) gekommen. Beide Behörden schicken Beschwerden an VW. (Im Bild: Zentrale der EPA in Washington D.C.)
(Bild: EPA
)

(fpi)

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