Menü

Abitur 2001 - Handy-Verbot in Baden-Württemberg

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 142 Beiträge

Um Betrugsversuchen vorzubeugen, wird es in diesem Jahr erstmals bei den bevorstehenden Abi-Prüfungen in Baden-Württemberg ein absolutes Handy-Verbot geben. "Wer sein Mobiltelefon mit in den Prüfungsraum nimmt, begeht einen Täuschungsversuch", sagte der Sprecher des baden-württembergischen Kultusministeriums, Martin Böninger. Die Prüfungsarbeit gelte dann als nicht bestanden, der Prüfling kann nach Hause gehen. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Telefon ein- oder ausgeschaltet ist.

"Die Schulen im Land ähneln immer mehr einer großen Telefonzelle", sagt Wolfgang Kolb, Leiter der Staudinger-Gesamtschule in Freiburg. Weit mehr als die Hälfte der 1.200 Schüler kommen mit einem Handy in die Schule. Vom Handy-Fieber der Schüler sind fast alle Bildungseinrichtungen im Land betroffen. "In der Pause wird telefoniert, was das Zeug hält", bestätigt Friedbert Firner, Direktor des Schiller-Gymnasiums in Offenburg. Besonders der SMS-Dienst erfreut sich großer Beliebtheit.

Bislang hat es das Kultusministerium vermieden, das Handy-Problem an den Schulen in einer Verordnung zu regeln. Doch weil die Mehrzahl der Schüler mittlerweile ein Handy im Schulranzen hat, befürchtet das Ministerium Betrugsversuche bei den Abschlussklausuren. Schüler könnten sich durch die Prüfung mogeln, Ergebnisse könnten per SMS lautlos abgefragt werden und der Gang zur Toilette könnte zum Telefongespräch genutzt werden. Taschenkontrollen vor dem Prüfungsraum oder ein generelles Handy-Verbot an Schulen hält das Ministerium trotz seines jetzigen Erlasses für unwahrscheinlich. Jede Schule müsse im Dialog mit den Schülern versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen. Betroffen seien alle Klassenstufen.

Wie das Handy-Verbot Schüler davon abhalten soll, in den Schultoiletten zu telefonieren, bleibt indes unklar. Hier gäbe es wohl nur eine Lösung: Ein Ebene-10-Kraftfeld. (sha)

Anzeige
Anzeige