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Ableton Loop: Dolby zeigt Atmos-Mixer als VST-Plug-in für Musik-DJs

Ableton Loop: Dolby zeigt Atmos-Mixer als VST-Plug-in für Musik-DJs

(Bild: heise)

Bislang kann man Dolby Atmos nur in Nuendo und Pro Tools mixen. In Berlin demonstrierte Dolby erstmals eine VST- und AU-Version, die sich in nahezu jeder DAW für dreidimensionale Musik-Mixe einsetzen lässt.

Dolby Atmos kennen viele bereits aus dem (Heim-)Kino. Doch das 3D-Soundformat lässt sich auch für spektakuläre Musik-Mixe nutzen. Produzenten und DJs sind bislang jedoch gezwungen, ihren Mix in Pro Tools HD auf einem Mac anzufertigen. Die zugehörige Dolby Atmos Production Suite [1] schlägt mit 300 US-Dollar zu Buche. Alternativ klappts auch unter Steinbergs Nuendo, das seit Version 7.1 einen Dolby Atmos Panner kostenlos mitliefert.

Auf der Ableton-Loop-Konferenz [2] im Berliner Funkhaus demonstrierte Dolby nun erstmals seine Atmos-Plug-ins für andere Digital Audio Workstations (DAWs), die von Haus aus keinen Surround- oder 3D-Sound unterstützen – dazu zählen beispielsweise Ableton Live, das nur Stereo-Kanäle unterstützt, aber auch Logic Pro X und Cubase.

Zu den Plug-ins und Stand-alone-Programmen [3] gehören ein Dolby Atmos Panner Sequencer, ein Dolby Atmos Monitor sowie eine Dolby Atmos DJ App zur Wiedergabe in der Disco. Die drei Programme befinden sich derzeit in der Beta-Phase. Eine Veröffentlichung plant Dolby in etwa sechs Monaten.

Dolby Atmos für DJs und Musikproduzenten (0 Bilder) [4]

[5]

Die Atmos-Mixe bestehen aus einem normalen Stereo-Bed und bis zu elf 3D-Objekten, die sich frei im Raum verteilen lassen. Das Stereo-Bed soll normalerweise die Grundelemente des Mixes wie etwa die Drums und den Bass enthalten, während die elf Objekte aus Effekt-Sounds, Flächen und Lead-Melodien bestehen, die frei über die Köpfe der tanzenden Menge verteilt werden können.

Um die Möglichkeiten des Panner-Plug-ins zu demonstrieren, führte der DJ Metrik in Berlin einen seiner Atmos-Mixe vor. Während die Grundelemente der Drum&Bass-Nummer wie die Kick, Snare und die Basslinien ganz normal in Ableton gemischt wurden, ließ er andere Effekte und Sound-Elemente kreuz und quer über die Deckenlautsprecher wandern. Jede Spur eines solchen 3D-Objekts wurde mit dem Panner-Plug-in von Dolby in Position gebracht. Mit ihm lassen sich Sounds über die X-, Y- und Z-Achse frei im Raum positionieren. Selbst rhythmisch zum Beat synchronisierte Bewegungen sind mit dem Plug-in möglich, ebenso wie akustische Aufweitungen, mit denen man etwa einen Hall über die gesamten oberen Lautsprecher verteilt.

Das Atmos-Panner-Plug-in schickt seine Daten an den Dolby Atmos Monitor, einer parallel laufenden Stand-alone-Software, die die 3D-Objekte zusammen mit dem Stereo-Bed aus der DAW auf die im Raum platzierten Abhörmonitore verteilt. Laut Dolby soll der Atmos Monitor auch als virtuelles Audio-Interface agieren, dessen Eingänge sich von jeder DAW ansteuern lassen.

Der fertige Mix wird schließlich von der DAW in Form von mehreren Stem-Dateien [6] heraus-gerendert. Diese Stem-Files kann der Künstler oder DJ auf einen USB-Stick kopieren und vor Ort mit einer zugehörigen DJ App abspielen. Details zu Preisen und zum Rendering -- ob man die Atmos-Stücke etwa auch auf heimischen AV-Receivern abspielen kann -- nannte Dolby nicht.

Update 23:50 Uhr: Ergänzung, dass man Atmos auch unter Steinbergs Nuendo mischen kann. (hag [7])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-3889200

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.pro-tools-expert.com/home-page/2017/4/24/dolby-announce-dolby-atmos-production-suite-and-mastering-suite
[2] https://loop.ableton.com/2017/
[3] https://www.dolby.com/us/en/technologies/music/dolby-atmos.html#2
[4] https://www.heise.de/newsticker/bilderstrecke/bilderstrecke_3889195.html?back=3889200
[5] https://www.heise.de/newsticker/bilderstrecke/bilderstrecke_3889195.html?back=3889200
[6] https://www.dolby.com/us/en/technologies/music/dolby-atmos/dolby-atmos-stem-creation-guide.pdf
[7] mailto:hag@ct.de