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Abmahnung gegen Open-Source-Projekt kIllustrator

Die Anwaltskanzlei Reinhard Skuhra Weise & Partner hat die Universität Magdeburg abgemahnt. Grund der Abmahnung ist die Homepage des Uni-Mitarbeiters Kai-Uwe Sattler, der dort das von ihm entwickelte Open-Source-Programm kIllustrator vorstellt.

Die Anwälte werfen der Universität vor, die "Werbung" für kIllustrator verletze Markenrechte ihrer Mandantin Adobe und sei außerdem rufschädigend. Die Anwälte fordern die Universität auf, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Außerdem soll die Uni Magdeburg die kIllustrator-Verpackungen vernichten, Abnehmer des Programmes nennen und Umsatz und Gewinne damit angeben – was bei einer kostenlosen, im Internet verfügbaren Open-Source-Software allerdings schwierig werden dürfte. Schließlich liegt der Abmahnung natürlich auch eine Rechnung über 4686 Mark plus Mehrwertsteuer bei. Den Streitwert haben die Anwälte dabei auf eine Million Mark taxiert.

Kai-Uwe Sattler hat die kIllustrator-Seite inzwischen vom Netz genommen. Er hätte keine Probleme damit, den Namen seiner Software zu ändern, sagte er; allerdings befürchte er, dass letztlich er auf der Rechnung der Anwälte sitzen bleiben werde. Ein entsprechendes Angebot – Namensänderung gegen "Schwamm drüber" – habe die Anwaltskanzlei abgelehnt, und zwar mit den Worten "Haben Sie schon einen Anwalt gesehen, der umsonst arbeitet?". Die Anwälte bestünden auf der Zahlung. Sattler bedauert, dass ihn Adobe nicht im Vorfeld kontaktiert habe, um eine gütliche Einigung ohne Einschalten der Anwälte zu erreichen.

Udo Skuhra, der die Angelegenheit bei Reinhard Skuhra Weise & Partner bearbeitet, wollte sich gegenüber heise online nicht zu der Abmahnung äußern. Auch auf die Frage, ob seine Kanzlei in direktem Auftrag von Adobe abgemahnt habe, wollte er keine Antwort geben. Eine Stellungnahme von Adobe selbst steht noch aus. (odi)

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