Menü

Absturz von Ethiopian-Airlines-Flug: Erste Startverbote für Boeing 737 Max 8

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines hat China ein Startverbot für das Muster verhängt. Es gebe Parallelen zu einem anderen Unglück.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 282 Beiträge
737 Ethiopian Airlines

(Bild: Boeing)

Nach dem Absturz von Flug ET302 der Ethiopian Airlines müssen Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max 8 in mehreren Ländern am Boden bleiben. Die staatliche chinesische Luftfahrtbehörde CAAC sprach am Montag ein generelles Startverbot für alle Boeing 737 Max 8 aus. Auch in Äthiopien, Indonesien und Marokko bleiben Maschinen dieses Typs am Boden. Die karibische Cayman Airlines setzt ihre zwei 737 Max vorerst nicht ein. Der TUI-Konzern prüft eine solche Maßnahme für seine 15 Maschinen, die allerdings nicht von der deutschen Tochter genutzt werden.

Die Maschine der Ethiopian Airlines war am Sonntag aus noch ungeklärter Ursache kurz nach dem Start in Addis Abeba abgestürzt. Nach Angaben der Fluglinie hatte der Pilot per Funk Probleme gemeldet und wollte zum Flughafen Addis Abeba zurückkehren, bevor das Flugzeug vom Radarschirm verschwand. Das Flugzeug stürzte wenige Minuten nach dem Start auf einem Feld östlich von Addis Abeba ab. Dabei kamen alle 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder ums Leben.

Die CAAC begründet das Startverbot mit Parallelen zum Absturz einer Boeing 737 Max 8 im Oktober 2018 in Indonesien. Die zu diesem Zeitpunkt nur zwei Monate alte Maschine der Billigfluglinie Lion Air stürzte nach mehreren unregelmäßigen Sinkflügen wenige Minuten nach dem Start ins Meer. Auch die Ethiopian-Maschine war erst wenige Monate alt. Die 737 Max 8 ist die jüngste Weiterentwicklung von Boeings Mittelstreckenarbeitspferd und seit Sommer 2017 bei mehreren Airlines im Einsatz. Ethiopian hat derzeit vier Maschinen dieses Typs im Liniendienst.

Nun wird spekuliert, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Abstürzen gibt. Die 737 Max 8 hat ein neues System an Bord, das das Flugzeug in bestimmten Situationen stabilisieren und vor einem Strömungsabriss bewahren soll. Dieses Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS) reagiert auf Sensordaten mit einer automatischen Trimmung des Höhenleitwerks. Beim Absturz von Lion-Air-Flug JT610 sollen laut dem Zwischenbericht der Behörden fehlerhafte Sensordaten dieses System dazu gebracht haben, entgegen der Steuereingaben der Piloten einen Sinkflug einzuleiten.

Ob es tatsächlich Parallelen zwischen beiden Unglücken gibt, ist unklar – zumal Augenzeugen berichten, dass kurz vor dem Absturz starker Rauch aus dem Flugzeug quoll, was auf andere Ursachen hindeuten könnte. Mehr Klarheit dürfte es in den kommenden Tagen und Wochen geben. Denn die Flugschreiber, die Flugdaten und Gespräche im Cockpit aufzeichnen, wurde bereits geborgen. Welche Informationen er liefern kann, ist noch nicht bekannt, da er offenbar Beschädigungen aufweist. (Mit Material von dpa) / (pbe)