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Abzock-Verdacht gegen Flirt-Plattform Lovoo erhärtet sich

Das c't-Magazin hat ihm zugespielte Dokumente eingehend untersucht. Dieses Material liefert jede Menge Indizien dafür, dass die große Flirt-Plattform Lovoo ihren Nutzern mit aktiven Fake-Profilen Geld aus der Tasche gezogen haben könnte.

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Lovoo Fake-Accounts

(Bild: dpa, Lovoo)

Eine eingehende Analyse von Dokumenten, die dem c't-Magazin zugespielt wurden, nährt den Verdacht, dass die große Dating-Plattform Lovoo ihren männlichen Nutzern systematisch mit erfundenen Profilen das Geld aus der Tasche gezogen hat (siehe c't-Artikel: "Verdacht auf Abzocke bei Dating-Plattform Lovoo"). c't zitiert aus mutmaßlich authentischen E-Mails der Führungsriege von Lovoo. Unter anderem geht es darin um erzielte Umsätze durch den Einsatz von Fake-Profilen und um die systematische Planung der augenscheinlichen Abzocke.

Ein leitender Mitarbeiter von Lovoo nannte die Fake-Profile demnach beispielsweise in einer Mail "Promote-Bitches", die "Credits anschaffen". Ein Anderer rechnet darin konkret vor, wieviel Umsatzplus pro Fake-Profil zu erwarten sei. Man wolle "mit allen Mitteln noch mehr Umsatz haben", schrieb ein Mitglied der Führungscrew in Zusammenhang mit den Fake-Accounts.

Auch auf erneute Anfrage hin hat Lovoo die Echtheit einiger der c't zugespielten E-Mails der Geschäftsführung nicht bestritten. Nach der Veröffentlichung des Artikels "Herzensbrecher: Dating-Plattform Lovoo im Fake-Verdacht" bestritt das Unternehmen gegenüber anderen Medien sowie in einem Blog-Beitrag auf der eigenen Website allerdings die Vorwürfe. "Promoter" habe es tatsächlich gegeben, allerdings in einem anderen Zusammenhang, wie das Unternehmen nun behauptet.

c't suchte in den vorliegenden E-Mail-Archiven daraufhin ohne Erfolg nach Hinweisen, die diese Erklärung für die Existenz von "Promoter"-Profilen stützen. Bei den c't zugespielten Archiv-Dateien handelt sich um mehrere Kopien von Exchange-Postfächern der Führungsebene Lovoos im PST-Format. c't hat bislang keinerlei Hinweise auf eine Manipulation dieser Archive in der Gesamtgröße von mehr als 50 GByte entdeckt. Das Magazin bat Lovoo am Dienstag, den 22. September 2015, erneut um Erläuterungen. Doch das Unternehmen lehnt eine schriftliche Stellungnahme gegenüber c't weiterhin ab.

Den ausführlichen Artikel mit Screenshots aus c't zugespielten Dokumenten lesen Sie bei c't:

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