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Abzocke auf Steam: Valve geht gegen Marktplatz-Scammer vor

Entwickler von Billig-Spielen zocken Nutzer des Steam-Marktplatzes mit nachgemachten Items ab. Ein hausgemachtes Problem, dem Valve nun den Kampf ansagt.

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Abzocke auf Steam: Valve geht gegen Marktplatz-Scammer vor

Items aus Team Fortress 2 gelten auf dem Community-Markt als wertvoll. Entsprechend gerne werden sie kopiert.

(Bild: Valve)

Valve hat erste Schritte gegen die Abzock-Strategien einiger Entwickler auf dem Steam-Marktplatz eingeleitet. Künftig sollen Nutzer gewarnt werden, wenn es sich bei einem gewünschten Gegenstand möglicherweise um einen Fake handelt.

Auf dem Community-Marktplatz der größten Plattform für PC-Spiele können Nutzer von anderen Usern Ingame-Gegenstände kaufen. Bei diesen Items kann es sich etwa um Waffen handeln, die man in einem bestimmten Spiel verwenden kann. Da man die Gegenstände gegen Geld erwerben kann, haben sie einen echten Wert, der sich aus Angebot und Nachfrage zusammensetzt. Teilweise sind sie über 1000 Euro wert.

Das Problem: Jedes Spiel kann Items für den Marktplatz zulassen. Einige Entwickler sind auf die Idee gekommen, mit praktisch wertlosen Items für ihre kleinen Spiele begehrte Gegenstände aus anderen Titeln nachzumachen – und diese für hohe Summen an ahnungslose Steam-Nutzer zu verkaufen. Diese Nutzer bekommen dann etwa statt des gewünschten Kostüms für PUBG einen "Gegenstand" für ein anderes Spiel, hinter dem sich oft nur nutzloser Code verbirgt.

Die Entwickler konnten nicht nur den Namen und das Aussehen des Items nachstellen, sie konnten sogar den Namen des angeblich damit verknüpften Spiels nach Belieben ändern. Für User gab es also kaum eine Möglichkeit, einen Gegenstand als wertlose Kopie zu entlarven.

Steam-Betreiber Valve unternimmt nun zwei Schritte, um diesem Vorgehen einen Riegel vorzuschieben:

  • Nutzer werden künftig gewarnt, wenn sie im Begriff sind, ein Item für ein Spiel zu kaufen, das sie noch nie gespielt haben.
  • Entwickler können künftig nicht mehr einfach den Namen eines mit einem Gegenstand verknüpften Spiels auf dem Steam-Marktplatz ändern

In einem Reddit-Thread kündigte ein Valve-Mitarbeiter neben diesen beiden Maßnahmen noch weitere Schritte an, um die Abzock-Masche auf dem Steam-Marktplatz zu unterbinden. Schon die jetzigen Änderungen versprechen aber, effektiv zu sein.

Auf die Abzocke im Steam-Marktplatz hatte zuletzt der Youtuber SidAlpha aufmerksam gemacht. Er thematisierte einen Beitrag im Community-Forum von Team Fortress. Team Fortress 2 ist ein beliebter Online-Shooter, dessen Items zu den wertvollsten im Ökosystem des Marktplatzes gehören. Ein Nutzer wollte einen seltenen Raketenwerfer für das Spiel kaufen, erwarb stattdessen aber einen wertlosen Nachbau-Gegenstand aus dem Plattformer "Abstractism". Nachdem das Video des Youtubers Aufmerksamkeit erlangte, hat Valve das Spiel aus Steam entfernt.

Oftmals veröffentlichten Entwickler ihre abschätzig als "Shovelware" bezeichneten, minderwertigen Spiele nur auf Steam, um die Scam-Gegenstände für den Marktplatz freizuschalten und damit Nutzer abzuzocken. Möglich ist das, weil Valve die Inhalte auf Steam nicht kuratiert. Jeder Entwickler kann seine Software unabhängig von deren Qualität auf Steam anbieten – er muss dazu nur einmalig 86 Euro zahlen. Wer ein paar Fake-Gegenstände auf dem Marktplatz verkauft, hat dieses Geld schnell wieder reingeholt. (dahe)