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Academy Software Foundation: Hollywood setzt auf Open Source

Die Oscar-Organisation und die Linux Foundation wollen über eine eigene Stiftung den Einsatz von freier Software in der Filmwirtschaft stärken.

Academy Software Foundation: Hollywood setzt auf Open Source

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) und die Linux Foundation haben gemeinsam die Academy Software Foundation (ASWF) ins Leben gerufen. Die neue Stiftung soll ein neutrales Forum für Open-Source-Entwickler in der Film- und Medienindustrie darstellen, um Ressourcen einfacher zu teilen und besser gemeinsam an Technik rund um die Kreation bewegter Bilder, visueller Effekte, Animationen und Sound arbeiten zu können.

Neben der AMPAS, die jährlich die Oscars vergibt, gehören zu den Gründungsmitgliedern Animal Logic, Autodesk, Blue Sky Studios, Cisco Systems, DNEG, DreamWorks Animation, Epic Games, Foundry, Google Cloud, Intel, SideFX, Walt Disney Studios und Weta Digital. Zu den Zielen der ASWF gehört es, "die Qualität und Quantität der Open-Source-Beiträge" in den Bereichen Film und neue Medien zu erhöhen. Dabei helfen sollen Leitungsmodelle, ein Rechtsrahmen und eine gemeinschaftlich getragene Infrastruktur, um bestehende Hürden für die Entwicklung und den Einsatz freier Software abzusenken. Die ASWF soll es auch erleichtern, projektübergreifend im Bereich Open Source zu kooperieren und Erfolgsbeispiele auszutauschen.

Eine Umfrage der AMPAS hatte ergeben, dass über 80 Prozent der Filmindustrie Open-Source-Software verwenden, vor allem für Animationen und Spezialeffekte. Zugleich traten weit verbreitete Schwierigkeiten zutage, etwa verschiedene Versionen von Programmbibliotheken zu handhaben oder das passende Lizenzmodell zu finden.

Gegenüber dem Branchenblatt Variety räumte Jim Zemlin, Geschäftsführer der Linux Foundation ein, dass es zwischen der Open-Source-Gemeinschaft und den Hollywood-Studios auch schon Auseinandersetzungen etwa über den Einsatz von Techniken zum digitalen Rechtekontrollmanagement (DRM) gegeben habe. Es gebe in der breiten Gemeinde aber immer Raum für verschiedene Ansichten. Den beteiligten Firmen müsse es möglich sein, einen Teil ihres Know-hows zu teilen und andere Entwicklungen für sich zu behalten. (Stefan Krempl) / (anw)

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