Menü

Acer Windows Mixed Reality: Die VR-Brille kurz ausprobiert

Microsoft hat eine Mixed-Reality-Plattform und Brillen in Kooperationen mit verschiedenen Herstellern angekündigt. Nun konnten wir die Acer-Brille kurz ausprobieren. Mit Mixed Reality à la Hololens hat das allerdings wenig zu tun, eher mit Vive und Rift.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 12 Beiträge

Der große Vorteil der Halterung: Man kann die Matrix mit einem Handgriff verlassen.

Die Brille aus der Kooperation zwischen Acer und Microsoft heißt Acer Windows Mixed Reality und wurde im März erstmals gezeigt. Wir konnten das Gerät nun ausprobieren. Die Acer-Brille wird an einem Band um den Kopf getragen und lässt sich einfach aufsetzen und festzurren. Sie ist recht leicht und sitzt auch bei Brillenträgern bequem; sie hat keine eingebauten Kopfhörer, sodass man welche aufsetzen muss – und dann wird's doch etwas fummelig. Immerhin hat man so die Wahl, wie große Exemplare man wählt. Das Brillenelement lässt sich mit einem schnellen Handgriff hochklappen, um in die reale Welt zurückzukehren.

Mit der Brille befindet man sich in einer komplett virtuellen Welt wie bei jeder VR-Brille – der Augmented-Effekt der Microsoft Hololens, dass man also die reale Umgebung sieht, ist nicht vorgesehen. Was die Acer-Brille von Rift und Vive unterscheidet, sind nur die eingebauten Ortungssensoren -- externe Sensoren werden nicht benötigt. In einer kurzen Kalibrierung vermisst die Acer-Brille den Raum und passt den virtuellen Raum daran an. Die eigene Position wird ebenfalls über die integrierten Sensoren ermittelt. Einmal gescannte Räume soll das System später wiedererkennen.

Die VR-Brille aus der Kooperation zwischen Acer und Microsoft wird mit einem Band um den Kopf befestigt.

Doch mehr als dass die virtuellen Wände ungefähr dort wo die realen sind, passiert nicht. Die virtuelle Welt ist komplett gerendert, es wird kein Versuch unternommen, die Realwelt – etwa wie beim Stereolabs Linq – zu filmen und einzublenden. Wie detailliert die Umwelterkennung funktioniert und ob somit Entwickler zukünftiger MR-Anwendungen hier mehr Möglichkeiten haben, ist noch unklar. Eine eingebaute Kamera hat die Acer-Brille jedenfalls nicht.

Was an Hololens erinnert, ist nur die Möglichkeit, in der hübschen virtuellen Startoberfläche von Microsoft auf die Wände des virtuellen Zimmers Fenster mit Windows-Anwendungen zu öffnen. So baut man sich sein Multimonitor-Setup virtuell zusammen. Die Lesbarkeit entspricht dem, was man von den 1440 × 1440 Pixeln pro Auge erwarten kann. Hilfen zur Texteingabe gab es nicht, aber man kann ja schnell die Brille hochklappen und auf einer echten Tastatur tippen – wenn man sie denn findet beim Herumlaufen.

Im Großen und Ganzen ist der verwendete Begriff "Mixed Reality" also etwas übertrieben, es handelt sich eher um eine VR-Brille mit eingebauten Sensoren, Inside-Out-Tracking genannt – das funktionierte übrigens ziemlich präzise. Zum Betrieb ist ein grafik- und CPU-starker PC notwendig (die Demo lief auf Acers Predator-Gaming-Notebooks). Die Brille war mit einem etwa vier Meter langem Kabel mit dem PC verbunden, zur Steuerung kam ein Xbox-Controller zum Einsatz. -- aktuelle VR-System wie HTC Vive, Oculus Rift und Playstation VR bieten Hand-Controller an, die sich inzwischen als de-facto Steuerungs-Standard für VR etabliert haben.

Die Brillen sollen bei 300 US-Dollar anfangen, als weitere Hersteller hat Microsoft Asus, Dell, HP, Lenovo und 3Glasses gewonnen.

Disclaimer: Acer hat den Autor zur Jahrespressekonferenz nach New York eingeladen und die Reisekosten übernommen. (jow)