Activision fordert Preissenkung für Playstation 3

Der Chef des Videospieleherstellers Bobby Kotick hat in einem Interview damit gedroht, Sonys Spielkonsole andernfalls die Unterstützung zu entziehen.

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Bobby Kotick, Chef des aus der Fusion von Activision und Vivendi Games entstandenen Spieleherstellers Activision Blizzard, hat sich in einem Interview mit der Londoner Times kritisch zur Produkt- und Preispolitik von Sony Computer Entertainment geäußert. Im Gespräch mit der Tageszeitung ging Kotick sogar so weit, direkt eine Preissenkung für die Playstation 3 (PS3) zu fordern; sonst müsse Activision sich überlegen, die Spieleentwicklung für die Konsole einzustellen. Ein solcher Schritt sei auch bei der Playstation Portable (PSP) denkbar, deren neueste Variante PSP Go wegen ihres vergleichsweise hohen Preises in die Kritik geraten war. "Es ist teuer, für die Konsole zu entwickeln und die Wii und die Xbox verkaufen sich einfach besser. Die Spiele für die Xbox erzielen eine bessere Rendite als die für die Playstation 3", wird der Activision-Chef vom Blatt zititiert. Von Activision stammt unter anderem das sehr erfolgreiche Familienspiel "Guitar Hero".

Aktuell kostet die Playstation 3 fast doppelt soviel wie die preiswerteste Version der Xbox 360. Während sich Microsofts Xbox 360 nach Konzernangaben bislang weltweit bislang rund 30 Millionen Mal verkaufte, soll die – allerdings auch später gestartete – PS3 auf rund 22 Millionen Geräte kommen. Klarer Spitzenreiter ist aber weiterhin Nintendos Wii mit mehr als 50 Millionen vekauften Geräten. Da die Wii statt mit Rechenleistung mit einem innovativen Bedienkonzept den Markt eroberte, forderte Kotick im Times-Interview Sony auch auf, sich stärker auf diesem Gebiet zu engagieren. "Guitar Hero" wird mit einem Controller in Form einer Gitarre gespielt, zum Activision-Titel "Tony Hawk: Ride" gibt es ein Eingabegerät in Form eines Skateboards.

Kritiker halten Koticks Drohgebärden allerdings vor allem für eine Taktik, um Sony zu neuen Gesprächen über Lizenzgebühren zu bewegen. Activion hat nach eigenen Angaben an Sony Zahlungen in Höhe von rund 500 Millionen US-Dollar geleistet. Der Spielehersteller hat im vergangenen Quartal 981 Millionen US-Dollar (732 Millionen Euro) umgesetzt und seine Umsatzprognose für das gesamte laufende Geschäftsjahr von 4,2 Milliarden auf 4,3 Milliarden US-Dollar erhöht. Sonys Spieleabteilung fuhr im vergangenen Geschäftsjahr hingegen noch einen Verlust von 597 Millionen US-Dollar ein. (nij)