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AdVersary: Neuer Adblocker für Apps von SRT

Die neue Software aus Saarbrücken tauscht die Werbe-Libraries von Android-Apps aus. Die App kommt ohne Root-Rechte aus.

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AdVersary: Neuer Adblocker für Apps

(Bild: Alex Schröder, CC-BY-SA 2.0 )

Wer Werbung blockieren will, muss die betreffenden Apps in die AdVersary- Betriebsumgebung überführen.

Vier Jahre nachdem Google den Werbeblocker AppGuard aus dem Play Store entfernt hat, wagt der saarländische Anbieter Backes SRT einen neuen Anlauf. Die heute erschienene Software SRT AdVersary nutzt eine neue Technik, um Werbung in Apps zu unterdrücken. Werbung im Mobil-Browser unterdrückt der Blocker nicht.

Bot die Vorgänger-App noch die Möglichkeit, installierten App gezielt einzelne Berechtigungen wie den Zugriff auf Internet oder Adressbuch zu entziehen, konzentriert sich AdVersary ganz auf die Unterdrückung von Werbung. Dazu nutzt die App die Virtualisierungstechnik "Boxify", um Apps in eine getrennte Betriebsumgebung zu überführen.

Innerhalb dieses Containers werden die gebräuchlichen Werbe-Libraries blockiert, die von vielen Entwicklern eingesetzt werden, um Werbung in kostenlosen Apps anzuzeigen. Die App muss dazu über den Container, also über AdVersary aufgerufen werden. Sie hat dann keinen Zugriff auf bereits gespeicherte Benutzerdaten, etwa Spielstände, sondern benimmt sich wie eine frisch installierte App. Außerhalb des Containers lässt sie sich weiterhin starten, dann weiterhin mit Werbung. Die gleiche Technik nutzt das Unternehmen auch für eine Lösung, mit der sich private und Business-Anwendungen trennen lassen.

AdVersary soll auf allen Android-Smartphones ab Android-Version 4.1 laufen. Im Gegensatz zu anderen Werbeblockern sind dazu keine Root-Rechte erforderlich. Die Software soll in Kürze auch in Googles offiziellem Play Store erhältlich sein. Ob Google die App jedoch auf Dauer zulässt, ist zweifelhaft – Eingriffe in die Dienstleistungen anderer Anbieter sind laut den Nutzungsbedingungen für Entwickler explizit verboten.

Die kostenlose App kann auch kostenlos über die Website des Anbieters geladen werden. Allerdings müssen Nutzer dazu explizit die Installation von Fremd-Apps zulassen, was auch die Tür für Malware öffnet. Im Gegensatz zu AppGuard erhalten die unter AdVersary laufenden Apps weiter über den Play Store Updates. (Torsten Kleinz) / (jo)

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