Ada Lovelace Day: Frauen in der IT - Vorbilder gesucht

Lebensnahe Vorbilder scheinen wichtig zu sein, denn der Anteil der Frauen in IT und Technik ist immer noch sehr niedrig. Am Ada Lovelace Day soll nicht nur der "ersten Programmiererin" gedacht werden, es geht auch um Frauen als Vorbilder in technischen Disziplinen.

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Von
  • Christiane Schulzki-Haddouti

Es ist wieder 24. März: "Ada Lovelace Day". Der Tag, der Frauen in der IT feiert, wird in diesem Jahr erst zum zweiten Mal begangen. Initiatorin Suw Charman-Anderson ruft dazu auf an diesem Tag Frauen zu portraitieren, die man bewundert.

Die Namensgeberin des Aktionstags, Ada King Countess of Lovelace, ist eine "Ikone der Informationstechnologie", schreiben die Autorinnen des an der Universität Bremen beheimateten Projekts "Frauen-Informatik-Geschichte". Ada Lovelace lebte von 1815 bis 1852 in London. Die Tochter des Dichters Lord Byron soll die erste Programmiererin überhaupt sein, da sie einen Algorithmus für Charles Babbages Differenzmaschine entwickelte. In den 1970er-Jahren wurde eine Programmiersprache nach ihr benannt, die noch immer im IT-Sicherheitsbereich und der Hardware-Entwicklung im Einsatz ist.

Ada Lovelace, die erste Programmiererin

Lebensnahe Vorbilder scheinen wichtig zu sein, denn der Anteil der Frauen in IT und Technik ist immer noch sehr niedrig: Im Studienjahr 2008 lag der Frauenanteil im ersten Fachsemester Informatik bei 18,6 Prozent. Insgesamt wurden 15,4 Prozent Frauen gezählt, teilt das "Kompetenzzentrum Technik, Diversity, Chancengleichheit" auf Anfrage mit. In den IT-Berufen, zu denen etwa Fachinformatiker und Informatikkaufleute zählen, lag der Frauenanteil bei gesamt 7,7 Prozent, die Neuabschlüsse schlugen immerhin mit 8,3 Prozent zu Buche. Nicht von ungefähr ist auch der Frauenanteil in der von der Internetkultur geprägten Piratenpartei relativ niedrig, was jüngst zu einer heftigen Gender-Debatte führte. Initiativen, die Frauen in der Informatik fördern wollen, gibt es auch hier in Deutschland. Die Fachgruppe "Frauen und Informatik" der Gesellschaft für Informatik beispielsweise setzt sich "für eine Gestaltung und Anwendung von Informationstechnik ein, die sich an Interessen von Frauen orientiert."

Auch das universitäre Projekt "Frauen-Informatik-Geschichte" hat eine Reihe von Informatikerinnen-Portraits veröffentlicht: Von den ENIAC-Programmiererinnen im zweiten Weltkrieg, über die Rolle der Frauen in US-amerikanischen Nachkriegsprojekten bis hin zu Interface-Designerinnen wie Brenda Laurel und Patti Maes. Portraits von Informatikerinnen aus dem deutschsprachigen Raum sind allerdings noch selten.

Vielleicht ändert sich das, wenn der Ada Lovelace Day auch hierzulande etwas bekannter wird. Ihre Frauenportraits sollen die Autoren übrigens selbst in die Datenbank der FindingAda-Website eintragen. Der Zugang ist nicht nur wie ursprünglich geplant heute, sondern auch die nächsten Tage offen, um möglichst vielen Autoren und Autorinnen die Chance für einen Beitrag zu eröffnen. Gegen die Mittagszeit war der Server aber bereits aufgrund des Ansturms zeitweise nicht mehr erreichbar. Suw Charman-Anderson twitterte: "Wir scheinen Opfer unseres Erfolgs zu sein." Der weitere Verlauf der Aktion lässt sich jetzt unter dem Twitter-Hashtag #ALD10 nachvollziehen. (jk)