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Adblock-Anbieter Eyeo übernimmt Online-Bezahldienst Flattr

Das Kölner Unternehmen will den sozialen Bezahldienst künftig in sein Produkt Adblock Plus integrieren.

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Adblock Plus

(Bild: dpa, Andrea Warnecke/Archiv)

Sieben Jahre nach dem Start gibt der Bezahl-Service Flattr seine Eigenständigkeit auf. Wie das Unternehmen Eyeo bekanntgab, hat es das schwedische Unternehmen übernommen. Das Kern-Team einschließlich des Netzaktivisten Peter Sunde soll weiter an dem Projekt arbeiten.

Beide Unternehmen hatten bereits in dem vergangenen Jahr ihre Zusammenarbeit bekannt gegeben. Mit Hilfe des schwedischen Dienstes entwickelt Eyeo das Projekt "Flattr Plus", mit dem Nutzer des Werbeblockers Adblock Plus künftig automatisch Geld an Website-Betreiber zahlen können sollen. Eyeo will in Kürze eine Betaversion vorstellen.

Flattr war einer der ersten Dienste, die sich auf das Micro-Payment für Online-Inhalte spezialisiert hatten. Statt gebührenintensive Einzelüberweisungen vorzunehmen, konnten Flattr-Nutzer monatlich einen festen Betrag einzahlen. Welche Inhalte von dem Geld profitieren sollten, legten die Nutzer dann per Button auf der Website des Empfängers oder im Browser fest.

Obwohl der Dienst mehrfach versuchte, massenkompatibler zu werden, blieb Flattr immer nur ein Nischenangebot. Laut Unternehmensangaben haben in den letzten Jahren ingesamt 30.000 Content-Ersteller von Flattr Zahlungen erhalten. Relevante Einnahmen erzielten aber nur wenige davon.

Bei Flattr Plus soll künftig der Klick auf den Button weitgehend wegfallen: Das Browser-Plugin soll automatisiert ermitteln, welche Websites ein Nutzer besucht hat, und die Zahlungen entsprechend zuteilen. Eine entsprechende Beta-Version soll in Kürze vorgestellt werden. Eyeo verspricht dem Dienst bisher ungekannte Reichweiten. So erreicht Eyeo laut eigenen Angaben zusammen mit dem Kooperationspartnern der Acceptable Ads-Initiative derzeit 130 Millionen Nutzer.

Diese dazu zu bewegen, Geld einzuzahlen, dürfte jedoch nicht einfach werden. So hatte das Angebot Google Contributor einen fast identischen Ansatz, wurde aber zwischenzeitlich wieder eingestellt. Auch der Browser Brave hat ein Bezahlmodell angekündigt, das auf Bitcoin-Zahlungen basiert. Der zunehmend populäre Crowdfunding-Dienst Patreon hat einen anderen Ansatz: Hier zahlen die Nutzer den teilnehmenden Content- Erstellern monatlich einen festen Betrag – dafür bekommen sie oft zusätzliche Inhalte freigeschaltet. (Torsten Kleinz) / (axk)

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