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Adblock Plus: "Acceptable Ads" für mobile Anzeigen

Adblock Plus und Partner wollen nun auch auf dem Smartphone Anzeigen zulassen. Auch kleine Animationen sind jetzt erlaubt.

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Adblock Plus

Adblock Plus erweitert sein Geschäftsportfolio um den Mikro-Bezahldienstes Flattr.

(Bild: dpa, Andrea Warnecke/Archiv)

Der Online-Werbemarkt verschiebt sich wie die Internet-Nutzung immer mehr vom Desktop auf Mobilgeräte. Folgerichtig hat wenden sich die werbefinanzierten Adblocker auch diesem Markt zu. Wie die Kölner Firma mitteilte, hat das so genannte "Acceptable Ads Committee" neue Kriterien für Werbung vorgestellt, die durch Adblock Plus und weitere Adblocker passieren dürfen.

Werbefinanziertes Adblocken

"Acceptable Ads" wurde 2011 von dem Hersteller des bekannten Werbeblockers Adblock Plus vorgestellt. Das Geschäftsmodell: Das Programm wird weiterhin kostenfrei vertrieben, die Entwicklung und Unterhaltung des Adblockers finanziert sich dadurch, dass bestimmte "nicht-nervende" Werbeformen durch den Filter geleitet werden. Die Entwicklung des Kriterienkatalogs übertrug das Unternehmen 2017 auf das formell unabhängige Acceptable Ads Committee, dem neben Vertretern der Werbeindustrie auch Forscher und Nutzervertreter angehören.

Wie Eyeo mitteilt, hat das Gremium vor kurzem den ersten Kriterienkatalog für zulässige Mobil-Werbung veröffentlicht. Demnach dürfen Anzeigen beim Scrollen durch den Inhalt nicht den gesamten Screen bedecken. So genannte mitscrollende "sticky ads" dürfen höchstens 15 Prozent der Screenhöhe ausmachen und sollen auf das untere Ende des Screens beschränkt sein. Große Werbeformate dürfen erst am Ende einer Mobilseite platziert werden – hier ist die maximale Größe eine Bildschirmseite. Wesentliche Neuerung: Während bei den "Acceptable Ads" im Desktop-Browser Animationen streng verboten sind, sind sie im Mobilbereich nun erlaubt, so lange sie sehr klein sind und sich an den LEAN-Standard der Werbeorganisation IAB hält. Vorgaben gegen das Tracking von Nutzern macht das Gremium nicht.

Auswahlverfahren

Das Committee ging ähnlich vor wie die von Google initiierte Coalition for Better Ads: In einer Umfrage wurden Nutzern verschiedene Anzeigetypen vorgelegt, die diese nach ihrer störenden Wirkung bewerten mussten. Wesentlicher Unterschied: Während die Coalition die nervtötendsten Werbeformen wie Pop-Ups in ihrem "Initial Standard" zur Sperrung in Googles Werbeblocker Chrome Adfilter vorsah, sind die Werbeformate bei Acceptable Ads lediglich entsperrbar. Damit das tatsächlich passiert, müssen Website-Betreiber aber zunächst einen Vertrag mit den Adblocker-Entwicklern abschließen.

Acceptable Ads hat in den vergangenen Jahren eine große Nutzerbasis aufgebaut. Alleine der von Eyeo entwickelte Adblock Plus Browser wurde laut Google Play mehr als 10 Millionen Mal auf Android-Geräten installiert. Hinzu kommen zahlreiche Kooperationspartner. Zuletzt hat Microsoft in die Android-Version des Mobil-Browsers Edge den Kölner Adblocker integriert. Dies ist ein herber Rückschlag für die Coalition for Better Ads, der Microsoft angehört und die sich eigentlich die Bekämpfung von Werbeblockern wie Adblock Plus verschrieben hat. (axk)

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