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Adblock Plus: Eyeo legt Preisliste für Acceptable Ads offen

Für das Freischalten so genannter nicht-nervender Werbung berechnet das Unternehmen 30 Prozent des zusätzlichen Werbeumsatzes.

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Mit einem anschaulichen Kriterienkatalog zeigt Eyeo, welche Werbung als "acceptable" gilt.

(Bild: Eyeo)

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Über Jahre war darüber spekuliert worden, wie viel die Kölner Firma Eyeo mit ihrer Whitelist verdient, mit der sie Werbung durch den eigenen Werbeblocker Adblock Plus und mehrere andere Blocker passieren lässt. Nun ist das Unternehmen auf die Kritiker zugegangen: Mit einem Update der Kriterien für die Aufnahme in die Whitelist hat das Unternehmen nun auch enthüllt, wie viel teilnehmende Unternehmen zahlen müssen.

Demnach müssen Unternehmen nur bezahlen, wenn sie über die "Acceptable Ads" genannte Liste pro Monat mehr als zehn Millionen zusätzliche Ad Impressions erreichen. Wer in diese Kategorie fällt, muss 30 Prozent des per Acceptable Ads erreichten Umsatzes an das Kölner Unternehmen abgeben.

Popups sind laut einer Umfrage von Eyeo in deutschland das meistgehasste Werbeformat

(Bild: Eyeo)

Nach Angaben von Eyeo sind derzeit nur zehn Prozent der Partner zahlungspflichtig, also zirka 70 Unternehmen. Dazu gehören aber besonders lukrative Kunden wie Google, Amazon, Microsoft und United Internet. Auch der auf Retargeting spezialisierte Anbieter Criteo steht seit kurzem auf der Whitelist. Nach einer Untersuchung der Pennsylvania State University steht ein Drittel der vom Statistik-Dienstleister Alexa ermittelten Top 100 Domains auf der Whitelist.

Auf der Liste dürfen allerdings nur solche Werbemittel landen, die bestimmte Kriterien erfüllen. Verboten sind beispielsweise Flash- oder Video- Werbung. Werbebanner dürfen den Lesefluss nicht unterbrechen, sich über Inhalte legen oder gar Audiospuren abspielen. In einer Neufassung der Kriterien sind die Bedingungen nun sehr spezifisch erläutert: So dürfen Werbebanner am Kopf einer Webseite bis zu 200 Pixel hoch sein, am Fuß der Webseite sind maximal 400 Pixel erlaubt. Insgesamt darf die Werbung nicht mehr als 25 Prozent des sichtbaren Bereichs einer Webseite abdecken. Textlinks dürfen nicht durch unangemessene grafische Mittel wie grelle Farben hervorgehoben werden. Auf Seiten ohne originäre Inhalte – wie die Parking-Seiten von Domainhändlern – gelten andere Beschränkungen.

Diese Praxis untermauert Eyeo mit einer neuen internationalen Umfrage. Demnach werden Popup-Anzeigen als sehr störend eingestuft, während viele Nutzer mit Textanzeigen wenige Probleme haben.

Seit diesem Jahr ist das Programm Acceptable Ads nicht mehr auf Adblock Plus beschränkt. Eyeo hat inzwischen mehrere andere Adblocker dafür gewinnen können, die Whitelist zu übernehmen. Damit wird die Teilnahme für die Werbeindustrie attraktiver, da sie so mehr potenzielle Kunden erreichen kann. Im Oktober schloss sich nach einem Besitzerwechsel der Adblock-Produzent Betafish dem Programm an. Im kommenden Jahr will Eyeo deshalb die Kriterien für die Whitelist einem neuen Gremium übergeben.

Eyeo wird wegen seines Geschäftsmodells von mehreren Seiten kritisiert. Während das Unternehmen von manchen Werbetreibenden der Schutzgelderpressung bezichtigt und mit Prozessen überzogen wird, wollen andere Nutzer keinen Kompromiss mit der Werbeindustrie zulassen. Eyeo selbst sieht den eigenen Ansatz als Versuch, Onlinewerbung generell zu verbessern. (anw)