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Adobe: Athlon-Warnung war ein Missverständnis

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Adobe hat die Warnung vor dem Einsatz von AMD-Prozessoren zurückgenommen. In einem Interview mit heise online erklärte Bruce Chizen, President und CEO von Adobe USA, es seien keine Probleme mit AMD-Prozessoren bekannt.

Auf eine E-Mail des deutschen Adobe-Kundendienstes hin hatte heise online die deutsche Pressestelle des Grafikspezialisten kontaktiert, um nähere Informationen zu erhalten. Der Kundendienst hatte in seinem Schreiben vor möglichen "Schwierigkeiten" gewarnt, wenn man das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop auf Rechnern mit AMD-Prozessoren einsetze. Die Pressestelle bestätigte daraufhin, der Athlon sei für Adobes Produkte "nicht certifiziert [sic]".

Bruce Chizen versicherte jetzt, dass die Erklärung des Adobe-Kundendienstes nicht zutreffe; die Aussage der Pressestelle sei missverständlich. Für Photoshop seien keine Schwierigkeiten mit AMD-Prozessoren bekannt; man werde das Kundenzentrum entsprechend instruieren.

Für seine internen Tests arbeite Adobe auch durchaus mit Athlon-Prozessoren. Man sehe aber keinen Bedarf für eine separate Zertifizierung von Athlon-CPUs – damit erklärt sich wohl die Aussage der deutschen Pressestelle.

Eine mögliche Optimierung von Photoshop und anderen Adobe-Anwendungen auf Athlon-Prozessoren sei nicht unmittelbar geplant, meinte Chizen. Erst wenn AMDs Marktanteil weiter ansteige, werde man an entsprechnde Anpassungen denken. heise online wies darauf hin, es gebe derzeit deutlich mehr Athlon-Prozessoren auf dem Markt als PCs mit Intels Pentium-4. Dazu erklärte Adobes CEO, nicht kurzfristige aktuelle Marktentwicklungen seien ausschlaggebend, sondern die insgesamt installierte Basis.

Wenn Adobe allerdings lang genug ausharrt, ergibt sich die Nachfrage nach einer Athlon-spezifischen Anpassung seiner Anwendungen ganz von selbst: In Folge eines Lizenzabkommens unterstützt der Athlon-4-Prozessor den SSE-Befehlssatz des Pentium-III, so dass AMDs nächste Prozessor-Generation automatisch von den bereits seit Photoshop 5 eingebauten Optimierungen für Intels CPU profitiert. (ghi)