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Adobe holt sich mit EchoSign Patentstreit ins Haus

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Kaum hat der US-amerikanische Software-Anbieter Adobe die Übernahme des Online-Signaturen-Dienstleisters EchoSign bekannt gegeben, schon flattert ihm eine Patentklage ins Haus. Das US-Unternehmen RPost beschuldigt den Konkurrenten EchoSign und mithin Adobe vor dem in diesen Angelegenheiten beliebten US-Bundesbezirksgricht im texanischen Marshall, fünf Patente rund um die gesicherte Übertragung von E-Mails zu verletzen. RPost verlangt eine Jury-Entscheidung, nach der Adobe und EchoSign künftig die Patente nicht mehr verletzen und Schadenersatz in noch nicht bemessener Höhe zahlen müssen.

Zwei der fünf Patente, 6,182,219 und 6,571,334, schützen eine Technik zur Authentifizierung und Auslieferung der Inhalte von Dokumenten. In dem Patent 7,707,624 geht es um ein System und eine Methode, um die Übermittlung, die Zustellung und den Inhalt einer Antwort auf eine elektronische Mitteilung zu prüfen. RPosts Patente 7,865,557 und 7,966,372 befassen sich mit einer Technik, die dazu dient, die Auslieferung einer elektronischen Mitteilung in unverändertem Zustand zu gewährleisten.

RPost bietet sich vor allem für Unternehmen wie zum Beispiel Versicherungen an, die Belege für die Zustellung wichtiger E-Mails benötigen, E-Mails verschlüsseln und digital signieren wollen. Das Unternehmen geht offenbar seit Februar 2010 rigoros gegen Unternehmen vor, die ähnliche Dienste anbieten, wie zum Beispiel im Februar gegen die Schweizerische Post. RPost hält nach eigenen Angaben Patente auf seine Technik in 21 Ländern.

EchoSign ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für die Abwicklung von digitalen Unterschriften. Der Dienst kann über ein Web-Interface genutzt werden, zudem gibt es EchoSign-Plugins für gängige Verwaltungsprogramme wie Salesforce, WebEx, Oracle CRM und SAP CLM. Adobe will ihn in sein bisheriges Angebot integrieren. RPost behauptet, seine Dienste würden weltweit nahezu sekündlich genutzt. (anw)