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Adobe killt Webdesign-Tool Muse – Fan startet Petition

Muse CC hat sein letztes Update erhalten, Adobe will das Webdesign-Tool künftig nicht mehr weiterentwickeln. Eine Online-Petition fordert nun: Rettet Muse!

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Adobe killt Webdesign-Tool Muse – Fans starten Petition

(Bild: Adobe)

Das Webdesign-Tool Muse CC geht in Rente: In einer knappen Mitteilung informierte Adobe seine Creative-Cloud-Kunden über die Einstellung der Software. Sie erhält ab sofort keine Updates mehr, der technische Support endet am 20. Mai 2019. Solange soll das Widget-Verzeichnis geöffnet bleiben.

Danach unterstützt Adobe die Software nicht mehr. Nutzer können sie auch weiterhin verwenden, um Websites zu bauen – doch irgendwann wird Muse veraltet sein und wichtige Web-Standards nicht mehr unterstützen. Adobe hatte das Tool 2012 veröffentlicht, das letzte Update bekam es am 26. März. Eine FAQ klärt offene Fragen.

Mit Muse lassen sich "professionelle Websites" erstellen, die in allen Browser "perfekt" aussehen sollen, wirbt Adobe auf der Produktseite. Webdesigner müssen keine Zeile Code schreiben, die Seite wird mit diversen Layout-Tools auf einer Arbeitsfläche gestaltet. Muse ist Teil der Creative Cloud, wodurch die Software Zugriff auf zahlreiche "Premium-Webfonts" (via TypeKit), Fotos und Design-Vorlagen hat. Zudem lassen sich Elemente von Photoshop oder Illustrator in Muse importieren.

Eine Online-Petition soll das Webdesign-Tool Adobe Muse retten.

Das klingt alles schön und gut, doch Profis nutzen lieber andere Tools und Einsteiger finden mit Website-Baukästen wie Wix, Weebly oder Jimdo bessere Lösungen. Adobe schreibt, dass diese Trends im Webdesign zur Einstellung von Muse führten. Als Ersatz empfiehlt Adobe sein Gestaltungswerkzeug Adobe XD, das aber anders als Muse keinen fertigen HTML-Code erzeugt. Für einfachere Online-Auftritte steht außerdem Adobe Portfolio zur Verfügung, das sich an Kreative richtet. Für One-Pager, Landingpages und Newsletter gibt es Adobe Spark Page.

Doch die Fans von Muse kämpfen für ihr Tool: Auf Change.org startete der "loyale Adobe-Abonnent" Mark Brown kurzerhand eine Online-Petition. Die Einstellung von Muse sei schließlich eine "sehr schlechte Entscheidung". Die Begründung von Adobe reicht Brown nicht aus, er findet, dass Muse über eine Flexibilität verfügt wie kein anderes Webdesign-Tool. "Ich sehe nicht ein, dass meine Standards auf Wix und Weebly gesenkt werden!", schreibt Brown. Adobe solle Muse wenigstens als Open-Source-Software bei GitHub veröffentlichen. Bislang haben 1600 Muse-Fans die Petition unterschrieben, das Ziel liegt bei 2500. (dbe)

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