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Adobe plant Photoshop-Vollversion fürs iPad

Im nächsten Jahr soll eine vollwertige Photoshop-Version für das iPad erscheinen. Eine erste Vorschau will Adobe offenbar im Oktober präsentieren.

Adobe: Photoshop-Vollversion fürs iPad

(Bild: Adobe)

Adobe arbeitet offenbar an einer vollwertigen Photoshop-Version fürs iPad. Das Vorhaben ist Teil einer neuen Strategie, nach der Adobe all seine Produkte geräteübergreifend kompatibel machen will. Das Ziel sei es, dadurch mehr Creative-Cloud-Abos zu verkaufen, berichtet das Wirtschaftsmagazin Bloomberg.

Bislang gibt es für das iPad nur abgespeckte Photoshop-Ableger wie Photoshop Mix oder Photoshop Sketch. Mit einer vollwertigen Photoshop-Version fürs iPad könnten die Nutzer unterwegs anfangen, ihre Fotos zu bearbeiten, und die Retusche später am Rechner vollenden. Eine solche App würde zudem das iPad als professionelles Arbeitsgerät und Laptop-Ersatz aufwerten.

Adobe soll seine neue App auf der Max-Creativity-Konferenz im Oktober vorstellen, verrieten Insider. Photoshop fürs iPad soll dann im nächsten Jahr verfügbar sein; Verzögerungen sind aber möglich. Scott Belsky, Produktverantwortlicher für die Creative-Cloud, bestätigte, dass Adobe an einer Plattform-übergreifenden Version von Photoshop und anderen Anwendungen arbeitet. In einem Interview sagte er, dass die Produkte so schnell wie möglich auf den Markt kommen sollen. Es gebe aber viel zu tun, schließlich sei Photoshop ein ziemlich komplexes und mächtiges Tool. Es sei aber unbedingt nötig, die Software in die "Cloud first"-Ära zu bringen, meint Belsky.

Adobe arbeitet seit Jahren daran, seine Kreativ-Software zu modernisieren; 2012 erfolgte ein radikaler Schritt: Adobe startete ein Abo-Modell und verlagerte seine Dienste in die "Creative Cloud". Heute müssen die Nutzer für die neueste Photoshop-Version ein Abo abschließen und monatlich für die Nutzung zahlen. Viele Kunden murrten zwar – doch finanziell hat sich der Schritt gelohnt, schreibt Bloomberg: Die Abo-Zahlen und der Aktienkurs stiegen seit der Umstellung auf das Abo-Modell.

Als Zielgruppe hat Adobe längst Hobbyfotografen und -Grafiker entdeckt. Für Foto-Enthusiasten gibt es etwa das "Fotografie-Abo" für knapp 12 Euro im Monat; hier sind Photoshop und Lightroom enthalten. Außerdem spielen Apps für Mobilgeräte eine wichtige Rolle, da sie in der Regel einfacher zu bedienen sind als die Desktop-Programme. Auch die neuen Apps sollen mit einfachen Bedienoberflächen ausgestattet sein, mit denen die Mobil-Nutzer bereits vertraut sind. Sie sollen keine Nachbildungen der bestehenden Desktop-Versionen werden, schreibt Bloomberg.

Laut Scott Belsky sei die Nachfrage nach Mobil-Apps hoch, viele Kreative würden ihre Projekte "on the fly", also am Mobilgerät bearbeiten. Die kommende Photoshop-App soll das Hauptprodukt aber nicht ersetzen, sondern ergänzen, erklärte ein Insider, der mit dem Projekt vertraut ist. (dbe)

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