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Ägypten blockiert Twitter und Facebook

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Nach den Massenprotesten in Ägypten haben die Behörden den Zugang zum Microbloggingdienst Twitter blockiert. Entsprechende Berichte von Internet-Nutzern an das Online-Projekt Herdict bestätigte Twitter am Mittwoch. Das ägyptische Blog Bakya Masr berichtete, dass Facebook-Seiten ebenfalls nicht mehr zugänglich seien.

Am Dienstag waren in Ägypten mehr als 10.000 Oppositionelle und Menschenrechtler auf die Straße gegangen. Während der Demonstrationen wurden vier Menschen getötet, bis zu 200 wurden verhaftet. Die Protestwelle gegen die Regierung gilt als die heftigste seit dem Amtsantritt des Präsidenten Husni Mubaraks 1981. Viele Ägypter beklagen Armut, Arbeitslosigkeit, steigende Preise und Korruption.

Das ägyptische Innenministerium erklärte, die Polizei werde keine Proteste gegen die Führung von Präsident Mubarak mehr tolerieren. In Erwartung neuer Proteste hatte die Regierung tausende Polizisten in der Hauptstadt Kairo in Stellung gebracht. Trotz des Demonstrationsverbots gingen am Mittwoch wieder tausende Menschen auf die Straße.

Den Social Networks wird ähnlich wie in Tunesien eine wichtige Rolle bei der Organisation des Protestes in den Ländern zugeschrieben. Die Regierung des inzwischen gestürzten tunesischen Diktators Ben Ali hatte während seiner letzten Tage die Internetzensur verschärft. Die Organisation Reporter ohne Grenzen zählte Tunesien und Ägypten zuvor bereits zu den "Feinden des Internets", da "unliebsame Internetnutzer systematisch verfolgen und unerwünschte Online-Informationen oft mit großem technischen Aufwand zensiert" würden. (anw)