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Ägypten schaltet Facebooks kostenloses Online-Angebot ab

Nach Indien geht nun auch Ägypten gegen Facebooks "Free Basics" vor: Nur zwei Monate nach dem Start ist der kostenlose Zugang zu ausgewählten Webseiten wieder deaktiviert.

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Webseite internet.org

Screenshot der Free-Basics-App von Facebook

In Ägypten haben die Behörden Facebooks Online-Angebot "Free Basics" zwei Monate nach dem Start gestoppt. Die Genehmigung sei nicht erneuert worden, teilte das Telekommunikationsministerium laut Reuters am Mittwoch mit. Gründe nannte das Ministerium nicht.

Mit der Free-Basics-App bietet Facebook Smartphone-Nutzern in zahlreichen Ländern kostenlosen Zugriff auf ausgewählte Internet-Angebote, jeweils in Zusammenarbeit mit lokalen Netzbetreibern.

In Ägypten wurde die App laut Facebook von drei Millionen der neunzig Millionen Einwohner genutzt. Eine Million Menschen hätten durch sie erstmalig Zugang zum Internet gehabt. Man hoffe, das Problem bald lösen zu können, sagte eine Facebook-Sprecherin gegenüber dem Wall Street Journal. Auch Facebook nannte keine Gründe für den Stopp des Angebots.

In Indien gehen die Behörden ebenfalls gegen Free Basics vor. Die Telekommunikations-Regulationsbehörde (TRAI) will überprüfen, ob das Angebot den Netzneutraliätsgesetzen des Landes entspricht.

Kritiker sehen durch die Beschränkung auf ausgewählte Portale und Webseiten die Netzneutralität in Frage gestellt und befürchten zudem eine Ausweitung der Marktdominanz des derzeit größten Social-Network-Anbieters.

Facebook reagierte auf die Kritik mit großformatigen Anzeigen. In einem Gastartikel in der Times of India erläuterte Firmengründer Mark Zuckerberg seinen Standpunkt, dass Free Basics für alle bei Facebook registrierten Entwickler offenstünde und mit jedem Telekommunikationsunternehmen zusammenarbeite. Somit erfülle der kostenlose Zugang sämtliche Netzneutralitäts-Regeln.

Die Gründe für den Free-Basics-Stopp in Ägypten sind hingegen noch unklar. Die dortigen Behörden gehen zurzeit auch gegen regierungskritische Blogger vor, meldet AP. Am 2. Januar wurden laut Innenministerium zwei Männer und eine Frau verhaftet, die insgesamt 23 Facebook-Gruppen administrierten. Ihnen wird Mitgliedschaft in der mittlererweile verbotenen Muslimischen Bruderschaft und Agitation gegen staatliche Institutionen vorgeworfen. (imj)

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