Air-France-Absturz: TV-Sender zeigen falsche Bilder aus "Lost"

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Ein bolivianischer und ein polnischer Fernsehsender verbreiteten angebliche Fotografien aus dem Inneren eines auseinanderbrechenden Passagierflugzeugs, bei dem es sich um den am Pfingstmontag über dem Atlantik abgestürzten Airbus der Air France handeln soll. Auch ein niederländischer Radiosender veröffentlichte die Aufnahmen auf seiner Website. Doch die Bilder stammen aus der US-Fernsehserie "Lost". Die Medien saßen einem alten Hoax auf, der erstmals 2006 die Runde gemacht hatte.

Noch ist die Unglücksursache für den Absturz des Airbus 330 am 1. Juni nicht geklärt. Experten hatten vergangene Woche die Einschätzung verlauten lassen, wonach Autopsien der gefundenen Leichen daraufhin deuteten, dass die Air-France-Maschine in der Luft auseinandergebrochen sei. Das hatte offensichtlich zur Folge, dass die Fernsehsender die Bilder für authentisch hielten und ausstrahlten.

Wie das französische Nachrichtenmagazin Nouvel Observateur am heutigen Montag meldet, verbreiteten der bolivianische Fernsehsender Pat, der polnische Sender TVN24 und die Website der niederländischen Radio-Station BNR die Bilder. Dabei handelt es sich alledrings nicht um Aufnahmen aus dem Inneren des Air-France-Airbus, sondern um Standbilder aus dem Pilotfilm der US-Serie "Lost", der im September 2004 ausgestrahlt wurde.

Im Internet kursierten die Bilder bereits seit Ende 2006 im Zusammenhang mit einem Flugzeugunglück. Nachdem eine Boeing 737 der brasilianischen Fluglinie GOL im September 2006 über dem Amazonasgebiet mit einem kleinen Embraer-Jet kollidiert war, machten die "Lost"-Bilder im November 2006 erstmals die Runde als angebliche Aufnahmen der Katastrophe. Der Hoax geht auf einen brasilianischen Blogger zurück.

Der bolivanische Fernsehsender Pat entschuldigte den Fehler mit "einer Kette von elektronischen Nachrichten, die im Netz zirkulieren". Laut dem britischen Online-Magazin Register ist der Hoax leicht erkennbar: So sei die Schauspielerin Evangeline Lilly, die in "Lost" Kate Austen spielt, am Bildrand zu erkennen und außerdem sei es auf den Aufnahmen taghell, während das Unglück auf Flug AF447 nachts geschah. (tpa)