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Airbus: Emissionsarme Flugzeuggeneration 2035 am Himmel

Airbus will Vorreiter beim nahezu emissionsfreien Antrieb für Passagierflugzeuge werden. In 15 Jahren sollen die ersten Maschinen abheben.

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E-Fan X

(Bild: Airbus)

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Der Flugzeughersteller Airbus will 2035 das erste nahezu emissionsfreien Passagierflugzeug in Betrieb nehmen. Am wahrscheinlichsten sei ein Hybridantrieb, der unterschiedliche Energiequellen miteinander kombiniere und von emissionsfreien Treibstoffen angetrieben werde, erklärte Guillaume Faury, Vorstandschef von Airbus, am Donnerstag in Hamburg.

Beim Hybridantrieb würden Elektromotoren, die über Batterien und weitere Quellen mit Energie versorgt werden, zum Einsatz kommen, berichtet der NDR. Welche genau das sein werden, sagte Faury zunächst nicht. Das Ziel, die emissionsarmen Flugzeuge bis 2035 am Himmel zu haben, habe konzernintern höchste Priorität, heißt es in dem Bericht weiter.

Im November 2017 kündigten Airbus und Siemens eine Zusammenarbeit mit dem Triebwerkshersteller Rolls Royce an, in deren Rahmen Siemens einen Elektromotor und Rolls Royce eine Gasturbine für das "Projekt E-Fan X" liefern sollten. Die Turbine im Rumpf des Flugzeugs soll Strom für den Elektromotor erzeugen, dazu sorgen drei herkömmliche Düsentriebwerke für Antrieb. "E-Fan X" soll 2020 seinen ersten Testflug absolvieren. Mittlerweile wurde das Ende der Zusammenarbeit von Siemens und Airbus angekündigt, sie läuft 2019 aus.

Dass sich mit der Hybrid-Technik bei Flugzeugen Emissionen einsparen lassen, ist umstritten. Mirko Hornung, Wissenschaftsvorstand bei der gemeinnützigen Forschungseinrichtung Bauhaus Luftfahrt, erklärte, dass alle Studien zu Hybridkonzepten bei Großflugzeugen keine Verbesserungen beim CO2-Ausstoß oder Kraftverbrauch bringen, neben dem Antriebssystem müssen auch weitere Faktoren wie Aerodynamik oder Gewicht geändert werden. Nur vollelektrische Antriebe hätten einen so großen Wirkungsgrad, dass sie auch zu niedrigeren Emissionen führten.

Bei vollelektrischen Antrieben hänge alles von der Batterietechnologie ab, die aktuell noch zu schwer sei, um sie in Verkehrsmaschinen einsetzen zu können, erklären Forscher von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Auf Kurzstrecken bis 1000 Kilometer könne das Gewicht der Akkus so gering gehalten werden, dass sich ein Elektroantrieb lohne. Inlandsflüge wären in Deutschland demnach vollelektrisch möglich. (bme)