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Akku-Laufzeiten: So hält das Smartphone länger durch

Ärgerlich, wenn das Smartphone schon wieder kurz vor Feierabend schlapp macht. Doch den Schuldigen zu finden ist oft gar nicht so leicht. Die c't-Redaktion hat gemessen, wer die größten Akku-Fresser sind und gibt Tipps was gegen die Sünder hilft.

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Smartphone
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Wenn Smartphone-Nutzer eines eint, dann der Ärger über die ständig zu kurzen Laufzeiten. Ein bis maximal zwei Tage hält so ein Smartphone bei normalen Gebrauch durch – wenn denn alles glatt läuft. Doch oft ist unerwartet früher Schluss weil mal wieder irgendeine App oder Funktion den Akku leer gesaugt hat. Die Analyse, woran das genau liegt ist schwierig, doch mit den richtigen Gegenmaßnahmen läuft das Handy auch im Alltag ein ganzes Stück länger.

Da die Hardware-Hersteller selten konkrete Verbrauchswerte nennen und die mobilen Betriebssysteme im besten Fall grobe Prozentwerte angeben, hat die c't-Redaktion ein aktuelles Smartphone präpariert, damit sie den Strombedarf direkt am Akku messen kann. Erstaunlich niedrig ist der Grundverbrauch selbst bei einem Highend-Gerät: Gerade mal 11 mW verbraucht das angezapfte Samsung Galaxy S5 im Flugmodus bei abgeschaltetem Display. In diesem Zustand würde der Akku über 1000 Stunden durchhalten.

Dass es am Ende nur ein Bruchteil davon ist, liegt im Normalfall an zwei Dingen: dem Display und der Datenübertragung über WLAN und Mobilfunk. Sie sind zwar in der Spitze längst nicht die schlimmsten Stromfresser, werden aber anders als etwa die Fotofunktion quasi immer benutzt, wenn das Gerät an ist.

Auf viel verzichten muss man aber nicht um, um ein paar Stunden mehr aus dem Akku zu holen. Schon das Absenken der Display-Helligkeit, die Reduzierung der im Hintergrund gesendeten Daten und das Abschalten von Funktionen die man gerade nicht braucht bringt einiges an Laufzeit. Vermeintliche Tricks wie das Abschalten von LTE und die Beschränkung auf UMTS oder gar GSM erwiesen sich im Test mitunter aber als kontraproduktiv: Eine schnelle Verbindung braucht zwar mehr Energie, doch das Modem kann sich auch eher wieder schlafen legen. Beim Streaming von Musik und Videos braucht so LTE am Ende sogar weniger Energie.

Android hat den Ruf ein Energieverschwender zu sein; und trotz aller Maßnahmen von Google ist auch bei Android 5.1 keine deutliche Verbesserung eingetreten. Schuld ist aber nicht so sehr das Betriebssystem als solches, sondern die Art und Weise wie Apps dort im Hintergrund agieren können. Denn prinzipiell darf jede App im Hintergrund laufen und das System bei Bedarf aus dem Standby holen, wenn sie sich die Rechte dafür zusichern lässt. Koordinieren müssen sie sich dabei nicht. Je häufiger solche "Wakelocks" vorkommen und je mehr Apps dabei auch noch Daten übertragen, desto stärker sinkt die Laufzeit. Mitunter kann man Sünder nur schwer erkennen, weil sie oft die Google-Dienste selbst in Anspruch nehmen. Davon sind iOS und Windows Phone kaum betroffen, da hier nur wenige Programme im Hintergrund aktiv sein dürfen. Erst Android 6.0 gibt dem Nutzer mehr Möglichkeiten an die Hand, um Apps besser zu bändigen.

Unabhängig vom System hilft es, Apps die Übertragung von Daten im Hintergrund und die automatische Synchronisation zu untersagen. Bei iOS kann man das sehr gezielt Programmen erlauben und verbieten, unter Android lässt sich zumindest die Übertragung von Daten im Hintergrund über Mobilfunk (also nicht vom User angestoßenen Transfers) für die Apps deaktivieren, aber vieles sonst nur pauschal. Das Abschalten der Hintergrunddaten verhindert jedoch, dass sich Kalender oder Cloud-Dienste auf den neusten Stand bringt. Push-Nachrichten für WhatsApp und Threema kommen weiterhin durch.

Trotzdem nervt es mit der Zeit diese Funktionen von Hand einzeln ein- und wieder auszuschalten. Praktischer geht das unter Android mit diversen Stromspar-Apps und Automatisierungs-Tools wie Tasker. Damit legt man sich für Daheim, Unterwegs und Büro ein passendes Profil zurecht, bei dem nur die gerade benötigten Funktionen aktiv sein dürfen.

Ausführliche Messergebnisse zum Stromverbrauch beim Smartphone und mehr Tipps zum Sparen bringt c't in Ausgabe 22/15:

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