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Aktionäre stimmen zu: United Internet kann Drillisch übernehmen

Mit der Übernahme des Mobilfunk-Unternehmens Drillisch will United Internet die "vierte Kraft" im deutschen Telekommunikationsmarkt werden. Die Drillisch-Aktionäre gaben dafür nun grünes Licht.

Ralph Dommermuth

United-Internet-Chef Ralph Dommermuth

(Bild: dpa, Boris Roessler/Archiv)

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United Internet hat die Übernahme des Mobilfunkunternehmens Drillisch in trockenen Tüchern: Rund 98 Prozent der Drillisch-Aktionäre stimmten für eine Kapitalerhöhung, die den letzten Schritt in dem komplexen Deal markiert. Über diese sowie eine bereits im Mai beschlossene Kapitalerhöhung schultert Drillisch die Übernahme der United-Tochter 1&1 Communications; im Gegenzug schluckt United Internet dann 73 Prozent der Anteile an Drillisch.

"Damit können wir nun eine starke vierte Kraft im deutschen Telekommunikationsmarkt schaffen“, sagte United-Chef Ralph Dommermuth laut Pressemitteilung. Gemeinsam will man den großen Komplettanbietern Deutsche Telekom, Vodafone und O2 die Stirn bieten. United Internet und Drillisch haben mehr als 12 Millionen Kundenverträge und machten vergangenes Jahr einen Umsatz von über 3,2 Milliarden Euro.

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Drillisch ist mit seinen Marken Smartmobil sowie Yourfone bekannt und soll eigenständig an der Börse notiert bleiben. Ob die Übernahme für mehr Wettbewerb im hart umkämpften deutschen Mobilfunkmarkt sorgt, bleibt abzuwarten. Dommermuth ließ jedenfalls schon verlauten, dass er nicht mit sinkenden Preisen rechne. Das Bundeskartellamt hatte dem Deal bereits im Juni zugestimmt.

United Internet will seine Position auf dem Mobilfunkmarkt schon länger ausbauen. Das Unternehmen, das kein eigenes Mobilfunknetz unterhält, hatte sich zunächst um Netzressourcen bemüht, die O2 im Rahmen der EU-Fusionsauflagen zur Übernahme von E-Plus abgeben sollte. Nachdem aber Drillisch einen Deal mit Telefonica Deutschland zur Netzmiete abgeschlossen hatte, entschied sich United Internet zum Einstieg bei Drillisch.

Drillisch kann der Vereinbarung nach schrittweise bis zu 20 Prozent der Netzkapazitäten des Münchener O2-Betreibers nutzen – und hat eine Option auf weitere 10 Prozent bis 2020. Die Netzmiete war eine Voraussetzung der Aufseher für die milliardenschwere E-Plus-Übernahme durch Telefonica 2014. (axk)

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