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Aktionäre wollen BeOS retten

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Seit Palm alle Errungenschaften des angeschlagenen Softwarehauses Be aufkaufen will, rufen dessen deutsche Aktionäre zur Rettungsaktion für die Betriebssysteme BeOS und BeIA auf. Die Anfang September gegründete Initiative Unternehmen Scarabeos 2001 hat sich zum Ziel gesetzt, den Deal mit Palm auf der anstehenden Be-Hauptversammlung zu verhindern, wenn nicht eine völlige Freigabe der BeOS-Sourcen dabei herausspringt.

Scarabeos-Sprecher Horst Ebenhöh befürchtet, "dass Palm diese Betriebssysteme in einer Schublade verrotten lässt, diese aber keinesfalls mehr weiterentwickelt werden". Der PDA-Produzent hatte selbst bestätigt, dass er die Betriebssysteme nicht mehr weiter entwickeln will. Nachdem der einzige prominente Lizenznehmer Sony sein BeIA-basiertes Web-Terminal eVilla eingemottet hat, haben die BeOS-Fans auch die letzte Hoffnung auf eine Weiterentwicklung durch den neuen Eigentümer aufgegeben.

Palm interessiert sich offenbar nur für die erwiesenen Fähigkeiten der Be-Programmierer, im Team leistungsfähige Systemsoftware zu produzieren. Der PDA-Hersteller will den meisten Entwicklern neue Arbeitsplätze bieten, an denen sie dank der billig übernommenen BeOS-Rechte am nächsten PalmOS werkeln können.

Scarabeos will den Aufkäufern jedoch die Suppe versalzen: Die Chancen stünden nicht schlecht, den Kauf mit einer Aktienmehrheit zu verhindern. Man stehe bereits mit "mittelgroßen" deutschen Aktionären in Kontakt und brauche noch weitere 30 Prozent der inzwischen äußerst billigen Be-Anteile, die zu 80 Prozent in Händen von Kleinaktionären lägen. Bis dahin gibt sich Scarabeos kompromissbereit: Falls Palm nachgebe, sei vorstellbar, nur über das Desktop-relevante BeOS zu verhandeln. Dies gelte aber nur, wenn Palm rechtzeitig BeOS unter die GNU Public Licence stelle. (hps)