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Aktionen gegen Raubkopierer angeblich erfolgreich

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Nach Branchenangaben zeigten Hausdurchsuchungen und Aufklärungsaktionen die von der Filmindustrie erhoffte Wirkung. So teilte Elke Esser, Geschäftsführerin der Zukunft Kino Marketing GmbH (ZKM), gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mit, dass im Internet "regelrecht Materialflaute" herrsche und sich das Angebot aktueller Kinofilme im Internet "nahezu halbiert" habe. Nach der im März durchgeführten Aktion gegen Raubkopierer mit fast 800 Durchsuchungen seien die führenden Köpfe der deutschen Raubkopierer-Szene nun in Haft, sagte Esser.

Eine zweite "Brennerstudie" der Filmförderungsanstalt (FFA) habe zuvor den Bedarf zum Handeln gezeigt. Allein von Januar bis August 2003 hätten nach der Erhebung 5,1 Millionen Deutsche etwa 30 Millionen Filme illegal kopiert, drei Millionen mehr als im gesamten Jahr 2002. Zudem seien in der Zeit 13,3 Millionen Filme aus dem Internet heruntergeladen worden, fast genauso viel wie 2002. Der daraus resultierende Schaden für die deutschen Film- und Videoverleiher beträgt nach Branchenschätzungen mehr als 800 Millionen Euro.

Neben der Strafverfolgung will die Filmindustrie auch weiter auf Aufklärung setzen. "Den meisten Raubkopierern fehlt schlichtweg ein Unrechtsbewusstsein für ihr Handeln. Dabei drohen bis zu fünf Jahre Haft für die Verletzung von Urheberrechten", so Esser. Das betreffe nicht nur die Zielgruppe der 15- bis 39-Jährigen. So hätte eine Realschullehrerin die Eltern der Kinder ihrer Klasse um Erlaubnis gefragt, ob sie die "Passion Christi" zeigen dürfe -- und das eine Woche nach dem Kinostart des Films. Um den Trend zu immer mehr Raubkopien noch in diesem Jahr zu brechen, sei laut Esser eine Sommeraktion mit dem Titel "Knast on Tour" geplant, bei der jeder die Gelegenheit bekäme, "in einer nachgebauten Gefängniszelle für fünf Minuten das Leben eines ehemaligen Raubkopierers kennen zu lernen". (nij)