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Aktivierung in Windows XP ausgehebelt

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In einschlägigen Kreisen kursieren seit einigen Tagen nicht nur die endgültige Version von Windows XP, sondern auch Hinweise, wie sich deren Aktivierungsmechanismus aushebeln lässt. Solche Patches gab es schon in der Betatestphase für das neue System. In der endgültigen Version, die Microsoft letzten Freitag in die Produktion und die Hände einiger PC-Hersteller gegeben hat, sollte dieser Schutzmechanismus deshalb nochmals überarbeitet werden. Insider vermuteten, dass der Mechanismus durch das in Office XP integrierte Verfahren ersetzt werden sollte – dort sind bisher keine Methoden bekannt, um den Schutz auszutricksen.

Genützt hat das nichts: Zumindest eine der kursierenden Methoden trickst den Aktivierungsmechanismus mit Erfolg aus. Sie ersetzt einige Dateien in den ISO-Images der endgültigen Version von Windows XP, die Microsoft seinen Beta-Testern zum Download bereitstellt. Im Internet kursiert das 13 MByte große Archiv corporate.zip, das die auszuwechselnden Dateien inklusive des zur Installation nötigen CD-Key enthält.

Eine geeignet behandelte Installations-CD richtet reibungslos Windows XP ein. Die Aktivierung ist nicht mehr vonnöten. Der manuelle Aufruf der Aktivierungssoftware, die dann nicht einmal mehr im Startmenü auftaucht, liefert Klarheit: Windows XP sei bereits aktiviert, heißt es. Ein Nebeneffekt der Rosskur ist, dass damit auch die Laufzeitbeschränkung der Version entfällt, die Microsoft den Beta-Testern derzeit zum Download anbietet – die Tester kommen derzeit nur an solch beschränkte Versionen heran. Sie verfügen zudem nur über ein beschränktes Kontingent von CD-Keys und auch Aktivierungsversuchen.

Ein bisschen erinnert Microsofts Taktiererei an einen Schildbürgerstreich: Groß war das Getöse, als die Aktivierung bekannt wurde – noch vor der offiziellen Markteinführung am 25. Oktober ist sie ausgehebelt. Der Patch macht den Eindruck, als habe ein Insider, der Zugang zu der aktivierungsfreien Firmenkundenversion von Windows XP hat, diese mit der Version für die Beta-Tester verglichen – der Patch ersetzt vermutlich nur die jeweils unterschiedlichen Dateien – trivial und naheliegend. Bleibt die Frage, woher der Insider die Firmenkundenversion hat: Microsoft sollte wohl mal in den eigenen Reihen suchen, statt seine Beta-Tester zu verdächtigen. (ps)