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Aktivisten: Bürgerdaten noch vor Trumps Amtsantritt freigeben

US-amerikanische Datenschutz-Aktivisten fordern, massenhaft gesammelte Bürgerdaten rechtzeitig zu löschen, bevor der designierte Präsident Donald Trump sein Amt antritt.

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Aktivisten: Bürgerdaten noch vor Trumps Amtsantritt freigeben

Angesichts Äußerungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump über Internet und Privacy rufen US-Aktivisten nach rechtzeitigen Datenlöschungen noch vor dessen Amtsantritt.

Trump hatte unter anderem erklärt, er wolle Teile des Internets zum Schutz vor IS-Terroristen "schließen", und Apple hätte dem FBI beim Brechen der iPhone-Kryptografie helfen sollen.

Im Time Magazine fordert daraufhin der Bostoner Evan Greer den derzeitigen Präsidenten Barrack Obama auf, er möge noch rechtzeitig die Massenspionage der NSA beenden. Er habe noch einige Wochen Zeit, den Datensammel-Apparat der NSA abzubauen, um zu verhindern, "dass die vereinigten Staaten in den Faschismus abdrehen".

Das NSA-Hauptquartier in Fort Meade, Maryland

Der Blogger Maciej Ceglowski wendet sich dagegen an Mitarbeiter von Google und Facebook mit dem Aufruf, sie mögen eine ernsthafte interne Diskussion starten, ob man dem Volke Werkzeuge zum Löschen von Verhaltensdaten an die Hand geben könne. Ceglowski räumt zwar ein, die Unternehmen könnten ihre Praxis kaum übernacht umstellen, da sie von den Einnahmen aus gezielter Werbung abhängig seien. "Ich rufe sie aber auf, den Umfang, in dem sie Daten aufbewahren, zu begrenzen" sagt Ceglowski, "und sich besonders viel Mühe zu geben, keine unnötigen Daten zu sammeln".

Nach Auffassung der Soziologin Zeynep Tufekci sollten die Tech-Unternehmen unverzüglich auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umstellen und alternative FInanzierungsmodelle ins Auge fassen. Alle Datenbestände dieser Firmen würden nämlich mit FISA-Anordnungen und ungesetzlichen Angriffen überzogen werden, sobald Trump offiziell die Hoheit über die nationalen Geheimdienste innehabe. FISA steht für den nach dem 11. September 2001 mehrfach erweiterten Foreign Intelligence Surveillance Act von 1978.

Eher beruhigende Töne sind derweil von Edward Snowden zu vernehmen: Der Whistleblower äußerte sich zum Einen unbesorgt darüber, dass Vladimir Putin ihn aus Gefälligkeit gegenüber Donald Trump an die USA ausliefern könnte. Zum Anderen zeigte er sich optimistisch: "Dies ist ein dunkler Moment in der Geschichte unseres Landes, aber es ist nicht das Ende. Und wenn wir zusammenarbeiten, können wir etwas besseres aufbauen und dann eine freiere und liberalere Gesellschaft errichten, von der alle profitieren." (hps)

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