Al Gore feuert Embedded-Entwickler an: "Helft dem Planeten!"

Als Keynote-Redner auf der Embedded Systems Conference in San Jose beschwor Ex-Präsidentschaftskandidat Al Gore die rund 3000 Ingenieure: Mehr Intelligenz in Embedded-Systemen könne entscheidend zur "Heilung unseres Planeten" beitragen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 424 Beiträge
Von

Der frühere US-Vizepräsident und jetzige Umweltaktivist Al Gore, Oscar-Preisträger für den Klimawandel-Dokumentarfilm "An Inconvenient Truth", glaubt eher an technische als an politische Lösungen für das Problem der globalen Erwärmung. Entwickler von integrierten elektronischen Systemen säßen an den Schaltstellen, erklärte Gore, der im Jahre 2000 die US-Präsidentschaftswahl gegen George W. Bush erst nach langen juristischen Auseinandersetzungen um die korrekte Stimmenauszählungs verloren geben musste.

Mehr Intelligenz in Embedded-Systemen – von Automotoren bis zu dezentralen Kraftwerken – könne entscheidend zur "Heilung unseres Planeten" beitragen, erklärte Gore in seiner Keynote auf der Embedded Systems Conference. Höhere Leistung und Effizienz bei niedrigerem Energieverbrauch müsse zum zentralen Konstruktionsprinzip werden. Die kollektive Intelligenz dieser schlauen Embedded-Systeme werde entscheidend zur Verbesserung der Umweltbilanz der weltweit installierten Informationstechnik beitragen. Gore wünscht sich beispielweise ein "Electronet", eine Art Sammel- und Verteilnetz für kleine, unabhängigen Stromerzeuger, die zentrale Riesenkraftwerke durch weitaus höhere Effizienz und intelligente Feinregulierung überflüssig machen.

Jedoch auch andere gewohnte Technologien seien überholt, speziell der Verbrennungsmotor. "Viele alte Systemarchitekturen sind lachhaft ineffizient, sagte Gore und führte als Beispiel auch die CPU heutiger Computer an. "Ein zentrales Rechenwerk verschwendet mit seinen häufigen Speicherzugriffen zu viele Ressourcen. Massiv-parallele Systeme sind vielfach effektiver," dozierte der Politiker. Dies alles sei mit den herkömmlichen Ansätzen – schrittweises Verbessern bestehender Systeme – nicht machbar. Ein grundlegend neuer System- und Architekturansatz müsse her. Die Herausforderung sei riesig, räumte Gore ein – ebenso aber die Chance, für Firmen und Individuen, sich an solchen Entwicklungen zu beteiligen. (Erich Bonnert) / (jk)