Aldi bringt 2-Megapixel-Kamera für 598 Mark (Update)

Aldi Nord verkauft ab Mittwoch, dem 28.11.2001, die Digitalkamera HP photosmart 612 mit Zubehör für 598 Mark.

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Von
  • Klaus Peeck

Aldi Nord verkauft ab Mittwoch, dem 28.11.2001, die Digitalkamera HP photosmart 612 mit Zubehör für 598 Mark. Das Gerät ist diesmal kein HP-Auslaufmodell, das über Aldi verramscht wird, sondern die neue Zoom-Version der relativ jungen HP photosmart 318.

Technische Daten:

Die Kamera verfügt über ein 2,3-Megapixel-CCD und liefert netto maximal 1800 x 1200 Pixel. Das relativ lichtschwache 1,8-fach-Zoomobjektiv (f/3,5-4,6) besitzt einen Brennweitenbereich von 38 bis 69 mm (bezogen auf das KB-Format).

Belichtung, Weißabgleich und Fokussierung erfolgen ausschließlich automatisch, es gibt keinerlei manuelle Einflussmöglichkeiten. Das integrierte 1,7-Zoll-LC-Display hat nur rund 61.000 Pixel Auflösung, entsprechend grob und zudem spärlich beleuchtet und träge zeigt sich hier die Bildwiedergabe.

Die photosmart 612 besitzt 8 MByte internen RAM, zusätzlich können CompactFlash-Speicherkarten eingesetzt werden. Die Stromversorgung erfolgt über ein Netzteil oder über 4 Mignon-Zellen, mitgeliefert werden 4 alkalische Batterien.

Über den von HP angegebenen Standard-Lieferumfang hinaus sollen bei Aldi eine 8-MByte-CompactFlash-Karte, das Netzteil und eine Weichtasche inklusive sein.

Bedienung:

Die Bedienung der photosmart 612 geht schon deshalb leicht von der Hand, weil es nur wenig einzustellen gibt. Die spärlichen Bedienelemente sind aber sehr funktional, mit zentralem Jog-Dial und dedizierten Tasten zur Einstellung der Bildauflösung, der Blitzmodi und des Selbstauslösers. Lediglich die wackelig-hakelige Wippe für den recht lautstarken Zoom ist ungünstig positioniert. Der Autofokus der photosmart 612 arbeitet ausgesprochen langsam, die reine Auslösezeit nach dem Anmessen ist aber erfreulich kurz. Der Bildtransfer auf den PC erfolgt beim Einschalten der Kamera wahlweise vollautomatisch via USB.

Bewertungen:

c't liegt vorab ein Testgerät vor, das wir einer Prüfung in unserem Messlabor sowie der subjektiven Bildbewertung von Testbildern unterzogen haben.

Die Kamera besticht durch eine ausgezeichnete Farbwiedergabe, sowohl unter Tages-, als auch unter Kunstlichtbedingungen. Die hier sehr guten Messergebnisse spiegeln sich in den Testbildern wider. Auch die Belichtungstreue im Tageslicht ist gut, im Kunstlicht tendenziell etwas knapp. Bei Gegenlichtsituationen verstärkt sich dieser Trend, hier wünscht man sich manuelle Kompensationsmöglichkeiten oder eine Spotmessfunktion.

Die Bildschärfe ist insgesamt mäßig, aber noch unkritisch. Kritischer zeigt sich hingegen die Detailwiedergabe, mit einer für die 2-Megapixel-Klasse geringen Auflösung von 730 Linienpaaren pro Bildhöhe (zum Vergleich: eine Fuji FinePix 2600 Zoom aus derselben Pixelklasse löst 961 Lp/Bildhöhe auf). Der maximale Bildkontrast liegt bei nur 6 Blendenstufen, gute Kameras schaffen 9 Blenden. Die Verzeichnungsneigung des Objektivs liegt stets unter einem Prozent und ist damit gut, allerdings gibt es in Weitwinkelstellung Abschattungen am Bildrand von satten 25 Prozent, um erst im Telebereich gute 7,5 Prozent zu erreichen.

Am problematischsten zeigt sich bei der photosmart 612 aber das Bildrauschen, das mit einem Signal/Rauschverhältnis (S/Nx) von 11,6 den schlechtesten Wert aller in den letzten zwei Jahren bei c't gemessenen Kameras aufweist. Und dieser Wert ist keineswegs rein akademischer Natur: In praktisch allen aufgenommenen Bildern ist das Farbrauschen deutlich und fast immer überaus störend zu erkennen. Hinzu treten noch mehr oder minder sichtbare Kompressionsartefakte mit Treppenstufen an Kanten. Moiré- und Blooming-Effekte sind vorhanden, aber nur mäßig ausgeprägt.

Fazit:

Die photosmart 612 zeigt sich im Aldi-Angebot mit knapp 600 Mark preislich attraktiv (auf das generell überhöhte Preisniveau digitaler Kameras bezogen). Das Fehlen jeglicher korrigierender Eingriffsmöglichkeiten reduziert die Zielgruppe weit gehend auf anspruchslose Einsteiger, die sich auch nicht am mageren Zoom, dem groben Display und am etwas voluminösen Gehäuse stören und stattdessen eine einfache Bedienung wünschen.

Abbildungsseitig steht einer hervorragenden Farbwiedergabe und – in unkritischen Situationen – einer akkuraten Belichtung ein erhebliches Bildrauschen gegenüber. Dieses fiel uns in einem Großteil der Testaufnahmen so störend auf, dass wir trotz des ansonsten recht runden Leistungsprofils für Digitalkamerainteressenten keine Notwendigkeit sehen, mittwochfrüh vor den Aldi-Märkten zu kampieren.

In c't-Heft Nr. 25/01, mit Erstverkaufstag 3. Dezember 2001, folgt eine Kaufberatung zum Thema Digitalkameras und ein Test preisgünstiger "Digitalkameras für den Gabentisch" ab 800 Mark. (klp)