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Alexander Gerst übernimmt als erster Deutscher das ISS-Kommando

Als erster Deutscher und zweiter ESA-Astronaut übernimmt Alexander Gerst am Mittwoch das Kommando über die Crew der ISS.

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Alexander Gerst übernimmt als erster Deutscher das ISS-Kommando

Alexander Gerst beim wöchentlichen Reinemachen

(Bild: ESA/NASA)

Am heutigen 3. Oktober pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit übernimmt der Astronaut Alexander Gerst als erster Deutscher das Kommando auf der Internationalen Raumstation ISS. Nach dem Belgier Frank De Winne ist Gerst überhaupt erst der zweite ESA-Astronaut, der diese Rolle einnimmt. Der Deutsche soll bis Mitte Dezember Chef der Crew bleiben und folgt dabei seinem US-Kollegen Andrew Feustel. Der bereitet sich nun auf den Rückflug zur Erde vor, der am morgigen Donnerstag beginnen soll. Mit der Übernahme des ISS-Kommandos beginnt für Alexander Gerst die zweite Hälfte seiner Mission "Horizons".

Alexander Gerst zum zweiten Mal auf der ISS (17 Bilder)

Alexander Gerst während des Einfangens einer Dragon-Kapsel
(Bild: ESA/NASA)

Wie die Europäische Weltraumagentur erläutert, lautet Gersts Titel im All nun offiziell "Crew Commander". Das eigentliche Kommando über die Station hat keiner der Astronauten an Bord, sondern die Flugchefs am Boden inne. Sie kümmern sich nicht nur um zahlreiche Systeme an Bord sondern auch viele der Experimente. Die ISS-Kommandanten hingegen sind dafür verantwortlich, dass die Crew effektiv und harmonisch zusammenarbeitet. Sollte jedoch einmal die Kommunikation mit der Erde ausfallen, ist er oder sie für die Sicherheit der Astronauten und der Station verantwortlich.

Weil Kommandanten außerdem für alle Aktivitäten an Bord der ISS die Verantwortung tragen, wenn an der Raumstation ein Raumfahrzeug manövriert, müssen sie die Systeme sowohl im russischen Teil als auch im internationalen beziehungsweise US-amerikanischen Teil beherrschen. Dass mit Gerst und im kommenden Jahr mit dem Italiener Luca Parmitano nun zwei Westeuropäer diese Rolle in so kurzer Folge übernehmen, sage viel über den Wert Europas als verlässlicher Partner aus, meint De Winne, der inzwischen das Europäische Astronautenzentrum in Köln leitet.

Alexander Gerst selbst hatte vorab gesagt, dass er sich demütig und geehrt fühle. Es sei ein internationales Zeichen des Vertrauens in Europas Fähigkeiten im All und außerdem nur möglich dank der fantastischen Arbeit seiner europäischen Kollegen auf vorhergehenden Missionen. Er habe hart dafür arbeiten müssen und jetzt noch gehörigen Respekt davor, werde aber in die Rolle hereinwachsen. (mho)

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