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"Alibi Routing": Peer-to-Peer-Technik zur Nutzer-Kontrolle des Datenverkehrs

Mit dem sogenannten Alibi Routing soll es möglich sein, bestimmte Weltregionen bei der Netzbenutzung auszuschließen.

Weltkarte

Internetnutzer haben bislang keinerlei Einfluss darauf, ob ihre Datenpakete durch Länder wandern, in denen sie möglicherweise ausspioniert werden. Das Routing erfolgt automatisch. Entsprechend gibt es mittlerweile zunehmend Projekte, bei denen versucht wird, Internetverkehr möglichst im Heimatland zu halten – beispielsweise das "E-Mail made in Germany"-Vorhaben von Telekom, 1&1 und Freenet.

Computerwissenschaftler der University of Maryland, der University of Pennsylvania und aus den NEC Labs wollen nun auch Nutzern selbst mehr Kontrolle darüber geben, durch welche Netzsegmente ihre Internet-Pakete schwirren, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Surfen mit Alibi"). Ihr Verfahren namens "Alibi Routing" erlaubt es, bestimmte Länder auszuschließen.

Die Technik basiert auf dem Peer-to-Peer-Prinzip: Rechner in aller Welt, auf denen die entsprechende Software läuft, reichen die Daten untereinander weiter. Um sicherzustellen, dass die Pakete nicht durch verbotene Länder wandern, wählt die Software stets Knotenpunkte, die weit genug von der Verbotszone entfernt sind. Das wiederum erfolgt mittels GPS-Informationen, die jeder Knoten preisgeben muss.

Würde der Datenverkehr dann trotzdem noch durch unerwünschte Gebiete laufen, ergäbe sich dadurch eine erkennbare Verzögerung. "Ein Nutzer spezifiziert zwei Dinge", schreiben die Forscher, "mit wem er kommunizieren will und welche Regionen er vermeiden möchte". Wenn das Alibi-Routing funktioniert, erhält er einen digitalen Beweis zurück, dass seine Datenpakete nicht über die verbotenen Regionen flossen. Derzeit ist die Technik noch im Prototypstadium. Um sie durchzusetzen, müssten ausreichende Mengen von Nutzern in aller Welt bereit sein, sie auch zu verwenden.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

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