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Allianz will Autoversicherung mit überwachtem Fahrverhalten anbieten

Rasantes Beschleunigen, hohes Tempo und häufiges, hartes Bremsen könnte sich bei einem neuen Tarif der Allianz-Versicherung negativ auf die Versicherungsbeiträge auswirken.

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(Bild: dpa, Hendrik Schmidt)

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Die Allianz steigt in das Geschäft mit Telematik-Tarifen ein. Am heutigen Donnerstag will sie als einer der größten Autoversicherer Deutschlands einen Tarif vorstellen, bei dem die persönliche Fahrweise in die Berechnung der Versicherungsprämie einfließt. Der Fahrstil wird dabei permanent überwacht: Rasantes Beschleunigen, hohes Tempo und häufiges, hartes Bremsen könnte sich also negativ auf die Versicherungsbeiträge auswirken.

Die HUK-Coburg will Ähnliches anbieten, wobei es diese Ankündigung vor einem Jahr schon einmal gab. Die Sparkassen-Direktversicherung hat im November 2013 als erste ein solches Angebot gemacht, die Allianz hatte es im Juni 2015 durchblicken lassen. Dabei muss eine Blackbox installiert werden, die eine Analyse des Fahrstils weiterreicht. Bei Datenschützern stieß das auf Skepsis, da "sehr detailliert und sensibel" Informationen erhoben würden, wie der ehemalige schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert mahnte.

Zusammen kommen Allianz und HUK-Coburg auf rund 18 Millionen Kunden in der Kraftfahrzeug-Versicherung. Bislang gab es in Deutschland erst kleinere Versuche einzelner Versicherungen mit Telematik-Tarifen. Der Eintritt der beiden Branchenriesen wird daher mit Spannung erwartet.

Ob sich solche Tarife dauerhaft durchsetzen, hängt vermutlich maßgeblich davon ab, wie viel Rabatt die Versicherer ihren unter Beobachtung stehenden Kunden einräumen. Die Versicherungen sind besonders an den Daten von jungen Fahranfängern interessiert, denn noch immer verursachen sie die meisten Unfälle. (mit Material der dpa) / (anw)